In Wilmersdorf wird um die Mittelachse herum geplant
Küche und Bad liegen in Wilmersdorf fast immer in der Mitte der Wohnung, Rücken an Rücken am selben Schacht. Das bestimmt jede Planung. Dort steht der Fallstrang, dort liegen Zu- und Abwasser, und dort endet sehr schnell der Spielraum. Die Bäder in den Häusern rund um Volkspark, Blissestraße und Wiesbadener Straße messen oft nur drei bis vier Quadratmeter.
Gleichzeitig sind die Wohnungen selbst großzügig: drei bis vier Zimmer auf 75 bis 120 Quadratmetern, dazu eine Loggia zum Hof. Die Räume sind 2,80 bis 3,50 Meter hoch. Das Missverhältnis zwischen großer Wohnung und kleinem Bad ist der Grund, warum wir hier so oft Grundrisse zeichnen, bevor wir Preise schreiben.
Der übliche Auftrag lautet deshalb: Bad vergrößern, Küche versetzen, Leitungen erneuern, Oberflächen neu. Der Strang bleibt, wo er ist, und alles andere ordnet sich um ihn herum.
Ausgangslagen zwischen Rüdesheimer Platz und Blissestraße
Die Vierzimmerwohnung im Rheingauviertel
Ein Haus im Landhausstil an der Rüdesheimer oder Wiesbadener Straße, gebaut kurz vor dem Ersten Weltkrieg. 105 Quadratmeter, Erker zur Straße, Stuck in den Wohnräumen, Parkett in Stäbchen. Das Bad wurde in den 1970er Jahren erneuert und misst knapp vier Quadratmeter. Die Elektrik hat zwar Schutzleiter, aber zu wenige Kreise für Küche und Arbeitszimmer.
Die Dreizimmerwohnung am Volkspark
Ein Zwischenkriegsbau der 1920er Jahre mit Loggia und Klinkerbrüstung, 78 Quadratmeter, Raumhöhe 2,80 Meter. Die Wände sind massiv, die Grundrisse knapp und ohne Flurverschwendung geschnitten. Bad und Küche stoßen an derselben Achse zusammen, dazwischen sitzt eine Kammer von 2,5 Quadratmetern. Genau diese Kammer ist meist die Fläche, aus der ein größeres Bad entsteht.
Die große Etage am Ludwigkirchplatz
Gründerzeitliches Vorderhaus, 140 Quadratmeter, hohe Räume, Flügeltüren, Dielen unter altem Teppichboden. Häufig ist die Wohnung über Jahrzehnte bewohnt gewesen und technisch am Ende ihres Zyklus. Hier geht es um alle Gewerke in einem Zug, oft nach einem Eigentümerwechsel und vor dem Einzug.
Wie Wilmersdorf zu diesem Bestand kam
Wilmersdorf war noch um 1880 ein Dorf mit Ausflugslokalen und wurde dann in wenigen Jahrzehnten zur Großstadt. Das Rheingauviertel rund um den Rüdesheimer Platz entstand als geplantes Quartier vor dem Ersten Weltkrieg, mit Vorgärten, ruhigen Straßen und Häusern, die wie Landhäuser aussehen sollten. Die Grundrisse dort sind bürgerlich, aber schon deutlich funktionaler als die der Gründerzeit.
Nach dem Krieg wurde weitergebaut, in den 1920er Jahren vor allem in Richtung Volkspark und entlang der heutigen Blissestraße. Diese Blöcke bringen die Loggia als festen Bestandteil mit, dazu kleinere Zimmer, massive Wände und Bäder, die von Anfang an knapp bemessen waren. Nach 1945 kamen Lückenschließungen und einzelne Zeilen dazu, etwa an der Mecklenburgischen Straße. Wer heute in Wilmersdorf kauft, trifft deshalb in einer Straße auf drei Baualtersklassen mit drei verschiedenen Aufgaben.
Was die Bautechnik vor Ort vorgibt
Decken und Lasten
In den Häusern vor 1918 liegen Holzbalkendecken, in den 1920er Jahren kommen zunehmend Massivdecken vor. Das entscheidet über Estrich, Fliesenformat und Schallschutz. Wir öffnen beim Termin eine Stelle und halten fest, was vorhanden ist. Auf einer Holzbalkendecke arbeiten wir häufig mit Trockenestrich, weil er wenig Gewicht und wenig Aufbauhöhe braucht.
Der Steigstrang in der Mittelachse
Der Strang ist der Fixpunkt der Planung. Er versorgt alle Wohnungen übereinander und gehört der Gemeinschaft. Solange das Bad an seiner Achse bleibt, ist die Anbindung kurz und sauber. Wandert eine Entnahmestelle weiter weg, zählt jeder Meter Gefälle. Wie ein Strangwechsel über mehrere Geschosse organisiert wird, beschreibt die Strangsanierung.
Elektro und Zählerplatz
Viele Wilmersdorfer Wohnungen haben eine Nachrüstung aus den 1970er Jahren, mit Schutzleiter, aber wenigen Stromkreisen. Für eine heutige Küche reicht das selten. Neu geplant werden getrennte Kreise, Fehlerstromschutz und ein Zählerplatz nach aktuellem Stand. Ausgeführt wird das von einem eingespielten Partnerbetrieb, der in unserem Bauzeitenplan steht.
Höhe für den Badaufbau
Zwischen Rohdecke und Türschwelle sind im Bestand oft nur acht bis zwölf Zentimeter frei. Darin müssen Dämmung, Abdichtung, Estrich und Fliese Platz finden. Für eine bodengleiche Dusche braucht der Ablauf zusätzlich Höhe oder eine Wandlösung. Die Zahlen dazu liefert der Ratgeber Bodenaufbau und Estrich.
Lüftung im erweiterten Bad
Wächst das Bad in die innenliegende Kammer hinein, entsteht ein Raum ohne Fenster. Dann kommt ein Ventilator mit Nachlauf und ein definierter Abluftweg dazu, entweder über einen vorhandenen Schacht oder über die Außenwand. Nachströmluft holen wir über die Tür. Das wird mitgeplant, bevor die Fliesen bestellt werden.
Fenster und Loggia
Die Fenster der 1920er Blöcke sind vielfach schon einmal getauscht worden, oft in den 1990er Jahren. Wo sie erneuert werden, liegen Kunststofffenster mit Dreifachverglasung bei 700 bis 1.400 Euro je Fenster im Standardmaß. Die Loggia bleibt dabei als Bauteil unberührt, ihr Anschluss an die Innenwand wird aber mitbetrachtet. Fenster sind Gemeinschaftseigentum und brauchen einen Beschluss.
Das kleine Bad vergrößern: die Wege, die vor Ort funktionieren
Der erste Weg führt über die Kammer. Die Wand zwischen Bad und Abstellraum ist in den 1920er Häusern häufig nicht tragend, und eine Öffnung kostet 400 bis 900 Euro. Aus 3,5 plus 2,5 Quadratmetern wird ein Bad mit Wanne und Dusche, ohne dass eine einzige Leitung den Schacht verlässt.
Der zweite Weg tauscht Bad und Küche in ihrer Fläche. Die Küche zieht an eine Wand mit kurzem Anschlussweg, das Bad übernimmt den größeren Raum. Das lohnt sich dort, wo die Küche ohnehin neu wird, und ist der Grund, warum wir beide Räume immer zusammen planen.
Der dritte Weg arbeitet mit Trockenbau statt mit Abbruch. Eine Vorwandinstallation von rund 20 Zentimetern Tiefe nimmt Spülkasten, Armaturen und Leitungen auf und schafft eine gerade Wandflucht. Dazu kommen Nischen, in denen sonst nichts stünde. Eine Ständerwand mit doppelter Beplankung und Dämmung liegt bei 62 bis 95 Euro je Quadratmeter Wandfläche; was Schallschutz zwischen Bad und Schlafzimmer bringt, steht unter Schallschutz in der Wohnung.
Die häufigsten Aufträge im Wilmersdorfer Bestand
Ganz oben steht die Teilsanierung: Bad neu und vergrößert, Küche versetzt, dazu Maler, Boden und Elektrik in den betroffenen Räumen. Zweiter Fall ist die Wohnungsrenovierung vor der Neuvermietung, mit Oberflächen, Türen und kleinen Reparaturen in 5 bis 10 Arbeitstagen.
Dritter Fall ist die Sanitärinstallation im ganzen Haus, wenn die Gemeinschaft den Strang tauscht und mehrere Wohnungen gleichzeitig anbindet. Wie wir Leitungen, Anschlüsse und Heizungstechnik dabei behandeln, steht unter Sanitär und Heizung. Vierter Fall sind große Etagen am Ludwigkirchplatz oder Prager Platz, bei denen alle Gewerke in einem Auftrag zusammenlaufen.
Preise für die Wilmersdorfer Objekttypen
Die folgenden Zahlen verstehen sich brutto und eingebaut, mit Stand September 2026. Häuser bis 1918 bekommen 15 Prozent Zuschlag, die Jahre 1919 bis 1948 acht Prozent.
| Leistung | Wofür sie hier gebraucht wird | Preis | Bezug der Zahl |
|---|---|---|---|
| Teilsanierung | Bad und Küche neu, dazu Maler, Boden, Teilelektro | 500–900 €/m² | Wohnfläche |
| Steigleitungen erneuern | Strang über alle Geschosse im Haus | 800–1.500 € | je Geschoss und Strang |
| Wohnungsanbindung an den neuen Strang | Einzelne Wohnung am Rüdesheimer Platz | 2.500–5.000 € | je Wohnung |
| Fliesen 60 × 60 cm verlegen | Vergrößertes Bad in der Mittelachse | 60–95 €/m² | Fläche, ohne Material |
| Trockenbau im Feuchtraum | Vorwandinstallation und Wandaufbau | 75–115 €/m² | Wandfläche |
Zwei Zahlen aus dieser Tabelle gehören zusammengelesen: Fliesen beziehen sich auf die belegte Fläche, Trockenbau auf die Wandfläche. Eine Übersicht über die Gesamtkosten nach Umfang gibt Sanierungskosten in Berlin.
Beschlüsse, Statik und Schutzstatus
Fast jedes Wilmersdorfer Haus ist in Eigentumswohnungen aufgeteilt. Gemeinschaftseigentum sind Fenster, Wohnungstür, Steigleitungen, tragende Wände und die Loggia als Bauteil. Wer daran arbeitet, braucht einen Beschluss der Versammlung, und der braucht Vorlauf. Deshalb klären wir diesen Punkt beim ersten Termin und nicht in der Bauphase.
Tragende Wände finden sich in den 1920er Bauten häufig quer zur Fassade. Für jede Öffnung darin liefert ein Statiker die Berechnung, für 500 bis 1.200 Euro je Vorgang. Ausgestellt wird sie von ihm, koordiniert von uns. Einzelne Häuser im Rheingauviertel und rund um den Ludwigkirchplatz stehen als Baudenkmal oder in einem Denkmalbereich; dann gelten für Fenster und Fassade zusätzliche Abstimmungen mit dem Bezirk.
Baustelle im Haus mit Loggia, Hof und Aufzug
Die Wilmersdorfer Höfe sind größer als in der dichten Gründerzeit, und ein Container findet oft eine Stellfläche im Hof. Ein Container mit sieben Kubikmetern kostet 350 bis 650 Euro je Stück. Steht kein Platz zur Verfügung, beantragen wir die Fläche im öffentlichen Straßenland.
Aufzüge gibt es in vielen Häusern der 1920er Jahre, meist mit kleiner Kabine. Wir schützen Kabine, Treppenhaus und Hauseingang mit Platten und Folie, bevor Material kommt. Laute Arbeiten legen wir auf den Vormittag und kündigen sie im Haus an. Sanitär, Fliesen, Maler und Stuck kommen von unseren eigenen Leuten, Elektro und Dach von festen Partnerbetrieben in unserer Bauleitung. Für Sie bleibt es bei einem Vertrag und einem Namen im Telefon.
Der Zeitplan, in Wochen gerechnet
Nach dem kostenlosen Aufmaß vergehen wenige Tage bis zum schriftlichen Angebot mit Festpreis. Läuft ein Beschluss der Gemeinschaft mit, richtet sich der Start nach dem Versammlungstermin. Für Planung, Material und Zustimmungen rechnen wir mit 3 bis 8 Wochen.
Danach hängt alles am Umfang. 70 Quadratmeter zu renovieren dauert 5 bis 10 Arbeitstage, eine Teilsanierung 3 bis 5 Wochen und der volle Umfang auf 70 bis 90 Quadratmetern 6 bis 10 Wochen. Für einen Strang über alle fünf Geschosse sind 3 bis 5 Wochen zu rechnen. Zum Schluss gehen wir gemeinsam durch die Wohnung, nehmen ab und protokollieren; die Unterlagen für Elektro und Sanitär bleiben bei Ihnen.
Wofür ein anderer Betrieb der richtige Ansprechpartner ist
Wir planen Baustellen mit Terminen und Bauabschnitten. Ein einzelner tropfender Hahn, eine defekte Steckdose oder ein verstopfter Abfluss gehören zum Notdienst, nicht zu uns. Wer nur eine Küche oder Möbel geplant haben möchte, ohne Bauleistung dahinter, ist bei einem Planungsbüro besser aufgehoben.
Wer nur die Fassade dämmen, das Dach neu eindecken oder ein Gerüst stellen lassen möchte, findet dafür eigene Anbieter. Wo Asbest oder künstliche Mineralfasern im Spiel sind, übernimmt ein zugelassener Fachbetrieb die Sanierung samt Freimessung. Statische Nachweise und Bauanträge kommen vom Statiker oder Architekten; wir holen ihn an den Tisch und halten die Termine zusammen.
Unser Einsatzgebiet rund um Wilmersdorf
Wir arbeiten im gesamten Ortsteil: im Rheingauviertel am Rüdesheimer Platz, am Volkspark und an der Blissestraße, rund um Ludwigkirchplatz, Prager Platz und Fehrbelliner Platz, entlang von Bundesallee, Hohenzollerndamm und Mecklenburgischer Straße.
Nördlich schließt Charlottenburg mit Lietzensee und Kantstraße an, östlich Schöneberg mit dem Bayerischen Viertel. Südlich fahren unsere Kolonnen nach Friedenau mit seinen Vorgärten und weiter nach Steglitz an die Schloßstraße. Über den Südwestkorso hinaus bauen wir in Zehlendorf, wo Einfamilienhäuser den Bestand prägen.
Zum Weiterlesen
Wie sich die Reihenfolge der Gewerke auf der Baustelle ergibt, steht unter Reihenfolge der Gewerke. Preise für Fliesenformate rechnet Fliesen verlegen Kosten durch. Für Vermieter ist Modernisierung für Mieter und Vermieter der passende Einstieg. Wände mit Feuchteschäden behandelt Feuchte Wände im Altbau, und Wandaufbauten erklärt Trockenbau.
So kommen Sie zum Termin
Wenn Ihr Bad in Wilmersdorf zu klein ist oder die Wohnung insgesamt an der Reihe ist, sprechen wir zuerst über den Grundriss. Unter 030 8268 9996 sind wir montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr erreichbar. Dann kommen wir zum Aufmaß, zeichnen die Varianten und legen den Festpreis fest. Alternativ genügt eine kurze Nachricht mit den Maßen Ihres Bades über das Formular unten auf der Seite.
