Warum die Folge feststeht
Jedes Gewerk baut auf dem auf, was das vorige hinterlassen hat. Die Reihenfolge ist deshalb keine Frage des Geschmacks. Sie folgt drei Regeln: von grob nach fein, von innen in der Wand nach außen auf die Oberfläche, von oben nach unten im Raum.
Eine vierte Regel kommt dazu. Alles, was Feuchte in den Bau bringt, kommt vor dem, was trocken bleiben muss. Estrich und Putz bringen Feuchte. Parkett, Türen und Tapete kommen danach.
Die vierzehn Schritte im Überblick
| # | Gewerk | Übergabepunkt an das nächste Gewerk |
|---|---|---|
| 1 | Abbruch, Entkernung, Entsorgung | Rohbau frei, Schutt raus, Wände sichtbar |
| 2 | Rohbau, Durchbrüche, raumbildende Wände | Öffnungen mit Sturz, Grundriss steht |
| 3 | Fenster | Gebäude dicht, Bauheizung möglich |
| 4 | Steigleitungen und Sanitär-Rohinstallation | Leitungen verlegt, Druckprobe protokolliert |
| 5 | Elektro-Rohinstallation | Dosen und Leerrohre gesetzt, Schlitze geschlossen |
| 6 | Estrich oder Trockenestrich | Fläche eben, Randstreifen gesetzt |
| 7 | Trockenbau: Vorsatzschalen, Decken, Schächte | Flächen geschlossen und verspachtelt |
| 8 | Putz und Spachtel | Oberflächenqualität erreicht, Flächen trocken |
| 9 | Fliesen | Bad und Küche belegt, Fugen ausgehärtet |
| 10 | Maler und Tapezierer | Wände und Decken fertig beschichtet |
| 11 | Bodenbelag | Belag verlegt, Sockelleisten montiert |
| 12 | Endmontage Sanitär und Elektro | Objekte gesetzt, Schalter und Leuchten dran |
| 13 | Türen und Zargen | Blätter eingehängt, Beschläge justiert |
| 14 | Bauendreinigung | Wohnung abnahmefertig |
Schritt 1 bis 3: Abbruch, Rohbau, Fenster
Die Entkernung schafft Sicht. Erst wenn Beläge, Verkleidungen und alte Leitungen draußen sind, zeigt sich der Zustand von Decken, Wänden und Leitungswegen. Was jetzt auftaucht, lässt sich im Plan noch ohne Umwege einarbeiten.
Der Rohbau setzt anschließend den Grundriss: Durchbrüche mit Sturz, neue massive Wände, raumbildende Ständerwände. Bei tragenden Bauteilen liegt die Freigabe des Statikers vor dem ersten Schnitt vor. Welche Leistungen dazugehören, zeigt Abbruch und Entkernung.
Die Fenster kommen früh, weil sie das Gebäude dicht machen. Ohne dichte Hülle lässt sich im Winter nicht heizen, und ohne Wärme trocknet kein Estrich. Was ein Tausch je Fenster kostet, zeigt Fensterkosten berechnen.
Schritt 4 und 5: die Leitungen in der Wand
Sanitär kommt vor Elektro. Wasser und Abwasser haben feste Gefälle und große Querschnitte, sie bestimmen den Weg. Elektro ist flexibel und weicht aus.
Zur Rohinstallation gehören Steigleitungen, die Anbindung in der Wohnung, Vorwandinstallationen und die Druckprobe mit Protokoll. Erst danach wird geschlossen. Diese Arbeiten machen unsere eigenen Leute.
Die Elektro-Rohinstallation setzt Dosen, Leerrohre, Zuleitungen und den Zählerschrank. Die Lage jeder Dose wird vorher an der Wand angezeichnet und freigegeben. Größenordnungen dazu stehen unter Elektrokosten je Quadratmeter, die Besonderheiten des Bestands unter Elektro im Altbau erneuern.
Schritt 6: Estrich und die Trockenzeit im Plan
| Aufbau | Begehbar nach | Belegreif nach |
|---|---|---|
| Zementestrich | 2–3 Tagen | 4–6 Wochen |
| Fließestrich auf Calciumsulfat | 1–2 Tagen | 2–4 Wochen |
| Trockenestrich als Platte | sofort | sofort |
Begehbar und belegreif sind zwei verschiedene Zustände. Belegreife heißt, dass die Restfeuchte so weit unten ist, dass ein dichter Belag aufliegen darf. Gemessen wird mit dem CM-Gerät.
Dabei wird eine Materialprobe aus der Estrichtiefe entnommen. In einer Druckflasche reagiert sie mit Calciumcarbid, der Zeiger zeigt den Wert in CM-Prozent. Der Bodenleger misst vor dem Verlegen und hält das Ergebnis schriftlich fest. Dieses Protokoll ist später der Beleg dafür, dass der Untergrund reif war.
Trockenestrich kennt diese Wartezeit nicht. Er spielt seine Stärke aus, sobald die Aufbauhöhe knapp ist oder eine Holzbalkendecke wenig Last verträgt. Wie sich die Aufbauten unterscheiden, steht unter Bodenaufbau und Estrich.
Schritt 7 und 8: Trockenbau, Putz und Spachtel
Auf der fertigen Fläche folgen Vorsatzschalen, abgehängte Decken und Schachtverkleidungen. Sie schließen Leitungen ein und nehmen Aussparungen für Einbauteile auf. Zugänglich bleibt danach nur, wofür eine Revisionsöffnung vorgesehen ist, und deren Lage wird jetzt festgelegt.
Putz und Spachtel bestimmen, wie die Wand am Ende aussieht. Q2 ist der übliche Standard für strukturierte Anstriche, Q3 für glatte matte Flächen, Q4 für Glanz und Streiflicht. Die Qualitätsstufe gehört in den Vertrag. Preise und Aufschläge dazu stehen unter Trockenbaukosten je m².
Innenputz bringt noch einmal Feuchte in den Raum. Deshalb wird gelüftet und in der kalten Jahreszeit beheizt. Die Standzeit nach großflächigem Putz steht als eigene Zeile im Bauzeitenplan.
Schritt 9 bis 11: Fliesen, Maler, Boden
Fliesen kommen vor dem Maler. Der Fliesenleger arbeitet mit Kleber, Wasser und Fugenmasse, und die Anschlüsse an Wand und Decke werden sauber, solange dort noch keine fertige Beschichtung sitzt. Fliesen- und Plattenarbeiten machen unsere eigenen Leute.
Danach streicht der Maler. Er arbeitet auf staubfreiem Untergrund und vor dem Bodenbelag, weil eine noch nicht verlegte Fläche besser geschützt ist als jede Abdeckung. Maler-, Tapezier- und Stuckarbeiten liegen ebenfalls bei unseren eigenen Leuten.
Der Boden ist das letzte flächige Gewerk. Parkett und Vinyl kommen nach der CM-Messung und bei Raumklima im Normalbereich. Welche Beläge wofür passen, steht auf der Leistungsseite Bodenbeläge.
Schritt 12 bis 14: Endmontage, Türen, Reinigung
Jetzt werden Sanitärobjekte gesetzt, Armaturen montiert, Schalter, Steckdosen und Leuchten angeschlossen. Elektro läuft dabei über feste Partnerbetriebe, mit denen wir seit Jahren zusammen bauen; die Termine steuert derselbe Bauleiter.
Türen kommen fast zuletzt, weil der fertige Bodenbelag die Höhe vorgibt und weil Zargen und Blätter empfindlich sind. Zum Schluss folgt die Bauendreinigung. Erst auf der sauberen Fläche lässt sich abnehmen.
Drei Stellen, an denen sich der Bauzeitenplan bewährt
Die erste ist die Entkernung. Was hinter der Verkleidung auftaucht, verschiebt die Schritte 2 und 4. Eine morsche Schwelle, ein alter Schacht oder eine Leitung ohne Plan gehören dazu.
Die zweite ist die Freigabe der Rohinstallation. Solange die Lage von Dosen und Anschlüssen offen ist, kann nicht geschlossen werden. Dieser Punkt ist der häufigste Wartepunkt im ganzen Projekt.
Die dritte ist die Belegreife des Estrichs. Sie steht als Zeitraum im Plan, nicht als Tag. Wer den Bodenleger auf den frühesten Tag bucht, verschiebt mit ihm auch Türen, Endmontage und Reinigung.
Was die Folge für Ihre Planung heißt
Der Bauzeitenplan bildet die vierzehn Schritte mit Arbeitstagen und Übergabepunkten ab. Zwischen Schritt 6 und Schritt 11 steht die Trockenzeit als eigene Position, auch wenn dort niemand arbeitet. Wie lange ein Projekt insgesamt läuft, zeigt die Dauer einer Sanierung.
Eine Kernsanierung durchläuft alle vierzehn Schritte. Eine Renovierung beginnt bei Schritt 8. In der Platte in Marzahn kommt vor Schritt 2 die Zustimmung der Genossenschaft für jeden Durchbruch dazu.
Sagen Sie uns, wo Ihr Projekt einsteigt
Für eine erste Einordnung reichen Fläche, Baujahr und der Satz, was gemacht werden soll. Daraus ergibt sich, welche der vierzehn Schritte anfallen. Erreichbar sind wir unter 030 8268 9996, montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr. Grundrisse und Fotos nehmen wir auch über das Formular auf dieser Seite entgegen.
