Drei Bauwelten in einem Ortsteil
Treptow ist der Ort, an dem sich die Berliner Baugeschichte auf wenigen Kilometern sortiert. In Alt-Treptow steht dichte Gründerzeit rund um den Karl-Kunger-Kiez und die Bouchéstraße. In Baumschulenweg und Johannisthal folgt Siedlungs- und Zeilenbau mit massiven Wänden und knappen Grundrissen. In Altglienicke steht Plattenbau, und an der Spree zwischen Treptower Park und Elsenstraße Neubau der letzten Jahrzehnte.
Für die Sanierung heißt das: Es gibt hier keine Standardlösung, sondern drei bis vier saubere Wege. Welcher greift, entscheidet sich an zwei Fragen. Wie ist die Decke aufgebaut, und wo dürfen die Leitungen lang?
Bei uns kommen alle Gewerke aus einem Haus und stehen in einem Bauzeitenplan. Sanitär, Fliesen, Malerarbeiten und Stuck übernehmen unsere eigenen Leute. Dach und Elektro laufen über feste Partnerbetriebe in unserer Bauleitung, und Ihr Vertragspartner bleibt derselbe.
Drei Adressen, drei Aufgaben
Die erste Wohnung liegt im Karl-Kunger-Kiez, Baujahr 1902, 75 Quadratmeter, Seitenflügel im zweiten Obergeschoss. Stuck in zwei Zimmern, Dielen auf Lagerhölzern, ein Bad, das später in die Speisekammer gebaut wurde.
Die zweite liegt in einer Zeile in Johannisthal am Sterndamm, Baujahr 1957, 58 Quadratmeter. Massive Wände, ein Bad mit 3,6 Quadratmetern, Elektro zweiadrig ohne Schutzleiter. Die Steigleitungen stammen aus der Bauzeit, der Grundriss ist eng geschnitten und soll geöffnet werden.
Die dritte liegt in Altglienicke im Kölner Viertel, Baujahr 1986, 68 Quadratmeter. Sanitärzelle aus dem Werk, Fernwärme, gemeinsamer Abluftschacht, Bodenbelag aus der Bauzeit. Dazu kommt als vierter Fall regelmäßig die Wohnung an der Puschkinallee von 1998, bei der es allein um Oberflächen und Ausstattung geht.
Wie Treptow zu drei Bestandstypen kam
Alt-Treptow wuchs ab den 1870er Jahren als Arbeiterquartier zwischen Spree, Görlitzer Bahn und Treptower Park. Die Häuser stehen dicht, mit Seitenflügeln und Höfen, die Grundrisse sind typisch für ihre Zeit.
Baumschulenweg und Johannisthal entstanden anders. Hier gab es Gärtnereien, die Späthschen Baumschulen und ab 1909 den Flugplatz Johannisthal, und der Wohnungsbau kam in Etappen: Siedlungen der 1920er Jahre, Zeilen der 1950er und 1960er Jahre entlang von Sterndamm und Königsheideweg. In Altglienicke wurde in den 1980er Jahren im großen Maßstab in Platte gebaut. Nach 1990 kamen die Uferlagen an der Spree hinzu, mit Büro- und Wohnhäusern an der Puschkinallee.
Bautechnik nach Bestandstyp
Drei Decken, drei Lastreserven
Im Gründerzeithaus liegt eine Holzbalkendecke mit Einschub und Schüttung, darauf Dielen auf Lagerhölzern. Sie trägt, was sie immer getragen hat, und für Estrich oder große Fliesenformate gehört eine Prüfung dazu. Im Zeilenbau der 1950er Jahre finden wir massive Decken mit mehr Reserve. In der Platte in Altglienicke liegt eine Deckenplatte, die ohne weitere Prüfung großformatige Beläge aufnimmt. Welche Wände dabei tragen, klärt der Ratgeber tragende Wand.
Wo der Strang wirklich liegt
Im Altbau sind die Stränge nachträglich eingebaut und liegen selten dort, wo man sie vermutet. Im Siedlungs- und Zeilenbau sitzt der Strang meist in der Mittelachse zwischen Bad und Küche. In der Platte laufen alle Medien gebündelt hinter der Sanitärzelle. Für das ganze Haus kostet die Erneuerung 800 bis 1.500 Euro je Geschoss und Strang, die Wohnungsanbindung 2.500 bis 5.000 Euro. Wie ein solcher Abschnitt organisiert wird, steht unter Strangsanierung.
Drei Generationen Leitung im Haus
Im Bestand von 1902 liegen häufig Reste mehrerer Installationsgenerationen nebeneinander. In der Zeile von 1957 ist die Leitung meist zweiadrig ohne Schutzleiter. In der Platte finden wir Aluminiumleitungen mit wenigen Stromkreisen. Für 90 bis 160 Euro je Quadratmeter Wohnfläche liegt alles neu, mit Zählerschrank für 115 bis 195 Euro. Was dabei genau passiert, beschreibt die Elektroinstallation.
Einmal zählt Gewicht, einmal Höhe
Über der Holzbalkendecke im Altbau zählt das Gewicht, in der Platte die Höhe. Im ersten Fall arbeiten wir mit leichtem Aufbau und Entkopplung, im zweiten mit flacher Ablauftechnik und Gefälle im Estrich.
Der gemeinsame Schacht in Altglienicke
Innenliegende Bäder in Altglienicke hängen an einem gemeinsamen Schacht, an dem mehrere Wohnungen übereinander sitzen. Ventilator und Volumenstrom stimmen wir mit der Verwaltung ab, dazu gehört eine Rückschlagklappe. Im Altbau und im Zeilenbau führt die Abluft über eine eigene Leitung nach außen oder über den vorhandenen Schacht.
Kastenfenster neben frühem Kunststoff
In Alt-Treptow sind Kastenfenster und frühe Kunststofffenster gemischt anzutreffen. Aufarbeiten kostet 900 bis 1.800 Euro je Kastenfenster, ein neues Holzfenster mit Dreifachverglasung 1.100 bis 2.200 Euro. In Platte und Zeile ist das Kunststofffenster mit 700 bis 1.400 Euro der übliche Weg. Über das BAFA sind dabei 15 Prozent drin, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 Prozent.
Leitungsweg und Deckenaufbau im direkten Vergleich
Diese Übersicht beantwortet die Frage, die in Treptow am Anfang jeder Planung steht.
| Bestandstyp | Decke | Leitungsweg | Typischer Bodenaufbau |
|---|---|---|---|
| Gründerzeit bis 1918, Alt-Treptow | Holzbalken mit Schüttung | nachträgliche Schlitze, Vorsatzschale, Sockel | Dielen aufarbeiten oder Trockenestrich |
| Siedlung und Zeile 1919–1968, Baumschulenweg und Johannisthal | massiv | Schlitz in der Massivwand, Strang in der Mittelachse | Zement- oder Fließestrich |
| Plattenbau 1969–1990, Altglienicke | Deckenplatte | gebündelt hinter der Sanitärzelle | dünner Estrich, flacher Neuaufbau |
| Neubau ab 1991, Spreelage | Massivdecke, schwimmender Estrich | Leerrohre, vorhandene Schächte | Belag tauschen, Aufbau bleibt |
Aus dieser Zuordnung ergibt sich, welche Gewerke wie viele Tage brauchen. Die Aufbauten selbst sind im Ratgeber Bodenaufbau und Estrich im Detail beschrieben.
Was in Treptow am häufigsten beauftragt wird
In Alt-Treptow ist es die Altbauwohnung, die vor dem Einzug komplett erneuert wird, mit Stuckerhalt und neuer Technik. In Baumschulenweg und Johannisthal überwiegt die Grundrissöffnung, weil die Küchen aus der Bauzeit für heutige Nutzung knapp geschnitten sind. In Altglienicke ist es die gekaufte Wohnung mit neuem Bad und neuen Böden.
Dazu kommt ein vierter, weniger sichtbarer Auftrag: der Strang im Mehrfamilienhaus, beauftragt von Verwaltung oder Eigentümergemeinschaft. Wie sich so ein Vorhaben über ein ganzes Gebäude planen lässt, steht unter Mehrfamilienhaus sanieren. Für die schnelle Variante vor Neuvermietung gibt es die Wohnungsrenovierung.
Preise für Treptower Objekte
Die Spannen gelten brutto und eingebaut, Stand September 2026.
| Vorhaben | Bezugsgröße | Preis | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Renovierung | Wohnfläche | 250–450 €/m² | Wohnung von 1998 an der Puschkinallee |
| Komplettsanierung | Wohnfläche | 900–1.500 €/m² | Altbau im Karl-Kunger-Kiez, 75 m² |
| Elektro komplett neu | Wohnfläche | 90–160 €/m² | Zeile am Sterndamm ohne Schutzleiter |
| Strangsanierung, Steigleitungen | je Geschoss und Strang | 800–1.500 € | Mehrfamilienhaus in Baumschulenweg |
| Strangsanierung, Wohnungsanbindung | je Wohnung | 2.500–5.000 € | Anschluss von Bad und Küche |
Der Baualtersfaktor verschiebt diese Werte deutlich. Gründerzeit bis 1918 bringt 15 Prozent Aufschlag, 1919 bis 1948 acht Prozent, 1949 bis 1968 bleibt neutral, 1969 bis 1990 bringt 5 Prozent Abschlag und ab 1991 zehn Prozent. Dazu kommt der Ausbaustandard mit 15 Prozent nach unten oder 30 Prozent nach oben. Was das für Ihre Fläche bedeutet, rechnet der Sanierungsrechner aus, die Systematik erklärt Sanierungskosten.
Beschlüsse, Gebietsrecht und Statik
In der Eigentümergemeinschaft entscheidet die Gemeinschaft über Fenster, Wohnungstür, Steigleitungen und tragende Wände.
Soziale Erhaltungsverordnungen sind in Berlin gebietsweise festgesetzt und werden fortgeschrieben. Für eine Adresse in Alt-Treptow prüfen wir die Gebietskulisse vor der Planung, weil davon Grundrissänderung und Ausstattung abhängen können. Der Ratgeber Milieuschutz erklärt, was in solchen Gebieten gilt. Für jede Öffnung in einer tragenden Wand liefert der Statiker den Nachweis, üblich sind 500 bis 1.200 Euro. Was Modernisierung für das Mietverhältnis bedeutet, steht unter Mieter und Vermieter.
Ohne Aufzug, dafür mit Hof
Im Gründerzeithaus im Kungerkiez gibt es oft keinen Aufzug, dafür einen Hof, der als Stellfläche taugt. Material geht dann über die Schulter, und der Container braucht eine abgestimmte Fläche, 350 bis 650 Euro für 7 Kubikmeter. In der Zeile in Johannisthal und im Block in Altglienicke läuft der Transport über Treppenhaus und Aufzug, dessen Kabine wir auskleiden.
Vor dem ersten Schlag stehen Staubschutzwand, Abdeckung im Treppenhaus und ein Aushang für die Nachbarn. Entkernung samt Entsorgung rechnen wir mit 40 bis 90 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Gearbeitet wird werktags nach Hausordnung. Losgefahren wird in der Haynauer Straße 58 in Berlin-Lankwitz, über den Südring ist Treptow schnell erreicht, und die Fahrzeit ist im Festpreis enthalten.
Erst der Vorlauf, dann die Gewerke
Am Anfang steht der Termin bei Ihnen, mit Aufmaß Raum für Raum und einem Blick auf Decke, Strang und Zählerplatz. Er kostet nichts. Sie erhalten daraufhin einen Festpreis, Gewerk für Gewerk aufgelistet, und den Bauzeitenplan dazu.
Bis zum ersten Bautag vergehen erfahrungsgemäß drei bis acht Wochen für Planung, Material und Beschlüsse. Die Ausführung dauert bei einer Renovierung fünf bis zehn Arbeitstage, bei einer Teilsanierung drei bis fünf Wochen und bei einer Komplettsanierung sechs bis zehn Wochen. Ein Strang über fünf Geschosse liegt bei drei bis fünf Wochen. Den Schlusspunkt setzt die gemeinsame Abnahme, protokolliert und mit Unterlagen. Die Reihenfolge der Gewerke ist unter Reihenfolge erklärt.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Es gibt Aufgaben, für die ein anderer Betrieb schneller und besser ist. Das ist eine Frage des Zuschnitts, und wir sagen es lieber vorher.
- Einzelne Reparaturen und der Notdienst: tropfender Hahn, defekte Steckdose, verstopfter Abfluss. Wir planen Bauabschnitte mit fester Kolonne.
- Küchen- und Möbelplanung, wenn keine Bauleistung dazugehört.
- Eine Fassade, eine Dacheindeckung oder ein Gerüst allein, wenn in der Wohnung nichts geschieht.
- Belastete Bauteile baut ein Betrieb mit entsprechender Zulassung aus und misst anschließend frei.
- Statische Berechnungen und Bauanträge: Sie kommen vom Statiker oder Architekten, den wir beauftragen und im Terminplan mitführen.
Einsatzgebiet in Treptow und darüber hinaus
Gebaut wird in Alt-Treptow rund um den Karl-Kunger-Kiez, die Bouchéstraße und die Puschkinallee, in Plänterwald, in Baumschulenweg entlang der Baumschulenstraße und am Königsheideweg, in Johannisthal am Sterndamm und in Altglienicke im Kölner Viertel. Die Neubaulagen an der Spree und rund um den Treptower Park gehören dazu.
Westlich des Landwehrkanals beginnt Neukölln mit dichter Gründerzeit im Norden. Über die Spree liegen Kreuzberg und, weiter nördlich, Friedrichshain mit seinen Altbauquartieren. Östlich schließt Lichtenberg an, südöstlich entlang der Spree Köpenick mit Altstadt, Villen und Platte.
Weiterführende Seiten
Für das Gründerzeithaus ist die Altbausanierung der Einstieg, für die Wohnung im Ganzen die Komplettsanierung. Wer Wände neu setzt oder Installationen verkleidet, findet die Leistung unter Trockenbauarbeiten.
Für Beläge lohnt der Blick auf Bodenbeläge und die Fliesenkosten. Wer nur Wände und Decken frisch machen will, rechnet mit den Malerkosten. Wie sich Trittschall zwischen zwei Wohnungen verbessern lässt, erklärt der Ratgeber Schallschutz.
Der nächste Schritt in Treptow
Sagen Sie uns Adresse, Baujahr und Quadratmeter, dann wissen wir schon vor dem Termin, worauf wir achten. Vor Ort messen wir auf und sagen Ihnen, welcher Weg zu Ihrer Bauart passt. Die Nummer ist 030 8268 9996, Mo bis Fr von 7 bis 18 Uhr. Wer lieber tippt als telefoniert, schreibt uns über das Formular auf dieser Seite.
