Wann der Weg nach oben der richtige ist
Ein Dachgeschossausbau lohnt den Gedanken, wenn über der obersten Wohnung noch ungenutzte Fläche liegt. In Berlin ist das häufiger der Fall, als man denkt: Trockenböden in Gründerzeithäusern, Spitzböden über Siedlungshäusern, Rohlinge, die in den neunziger Jahren verkauft und nie fertiggestellt wurden. Die Fläche ist bereits überdacht, erschlossen und bezahlt. Sie muss nur bewohnbar werden.
Der zweite Fall ist das eigene Haus, das zu klein geworden ist. Ein Kind mehr, ein Arbeitsplatz zu Hause, ein Gast, der bleibt. Ausbauen ist dann in aller Regel der ruhigere Weg als umziehen, weil Grundstück, Adresse und Nachbarschaft bleiben.
Der dritte Fall ist die Eigentümergemeinschaft, die den Dachboden verwertet. Dabei geht es um Beschluss, Teilungserklärung und einen Bauablauf, der das bewohnte Haus so wenig wie möglich stört.
Für alle drei Fälle gilt derselbe Zuschnitt: ein Vertrag über alle Gewerke, ein Bauzeitenplan, ein Ansprechpartner. Als Meisterbetrieb in der WRS Gruppe, in der über 150 Jahre Meisterhandwerk zusammenkommen, holen wir Zimmerei, Dachdeckung und Elektro über feste Partnerbetriebe dazu, mit denen wir seit Jahren zusammen bauen. Für Sie bleibt es ein Auftrag und eine Rechnung.
Was beim Dachausbau gebaut wird
Statik und Traglast
Am Anfang steht die Frage, was die vorhandene Konstruktion aushält. Geprüft werden zwei Dinge: die Geschossdecke unter dem neuen Raum und der Dachstuhl darüber. Holzbalkendecken im Altbau tragen begrenzt, lassen sich aber oft ertüchtigen. Beim Dachstuhl geht es um Sparrenquerschnitte, Kehlbalken und darum, wie eine Gaube die Lasten umleitet. Der Statiker rechnet das mit 500 bis 1.200 Euro je Vorgang.
Lichte Höhe und Grundriss
Aufenthaltsräume brauchen 2,50 Meter lichte Höhe, im Dachgeschoss über mindestens der Hälfte der Grundfläche. Raumteile unter 1,50 Metern bleiben außer Betracht. Aus dieser Regel folgt der Grundriss fast von selbst: In die Mitte kommt, wo gestanden wird, an die Schrägen kommen Bad, Stauraum und Einbauten. Wo die Höhe knapp ist, hilft der Blick auf den Bodenaufbau, denn jeder Zentimeter unter dem Belag fehlt oben.
Dachflächenfenster und Gaube
Dachflächenfenster bringen bei kleinem Eingriff viel Licht und sind in wenigen Tagen eingebaut. Die Gaube schafft zusätzlich Stehhöhe und Grundfläche und macht aus einem Schrägraum einen normalen Raum am Fenster. Welche Variante zulässig ist, entscheidet sich an Bebauungsplan, Erhaltungsverordnung und Denkmalschutz. Im Ergebnis stehen oft beide im selben Dach.
Wärmeschutz und Dampfbremse
Ein ausgebautes Dach wird gedämmt, und zwar zwischen und unter den Sparren oder von außen auf den Sparren. Die Dampfbremse innen muss dicht bleiben, sonst wandert Feuchte in die Konstruktion. Die Durchdringungen für Elektro, Lüftung und Sanitär sind die kritischen Stellen. Wir planen die Installationsebene deshalb vor der Bremse ein, damit sie später nicht durchstoßen wird.
Das Bad unter der Schräge
Ein Bad im Dachgeschoss braucht drei Dinge: Gefälle für das Abwasser, einen Lüftungsweg und Platz für die Aufbauhöhe. Am einfachsten wird es, wenn das neue Bad über dem darunterliegenden sitzt, weil die Fallleitung dann kurz bleibt. Ist das nicht möglich, arbeiten wir mit einer Hebeanlage oder verziehen die Leitung in der Installationsebene. Die Dusche kommt meist an die Schräge, das Waschbecken an die Stehhöhe.
Erschließung und zweiter Rettungsweg
Der neue Raum braucht einen Weg hinauf. Im Einfamilienhaus ist das eine neue Treppe, gelegentlich mit einer Öffnung in der Decke. Im Mehrfamilienhaus wird das vorhandene Treppenhaus verlängert oder eine interne Treppe aus der Wohnung darunter gebaut. Dazu kommt der zweite Rettungsweg, meist über ein Fenster, das die Feuerwehr erreicht.
Die Berliner Ausgangslagen
Im Gründerzeithaus bis 1918 liegt über dem letzten Geschoss ein Trockenboden mit Ziegeldach und kräftigem Dachstuhl. Die Höhe stimmt fast immer, Licht fehlt. Hier entstehen die klassischen Maisonette-Wohnungen mit interner Treppe. Weil es sich um Gemeinschaftseigentum handelt, geht der Planung ein Beschluss voraus, und die Fassade unterliegt in vielen Straßen dem Denkmalschutz.
Im Siedlungs- und Reihenhaus der zwanziger bis sechziger Jahre ist das Dach flacher geneigt und die Höhe knapper. Der Ausbau lebt dann von der Gaube, die über einem Teil der Fläche Stehhöhe schafft. Typisch sind diese Objekte in Lichtenrade, Tempelhof und Reinickendorf.
Im Einfamilienhaus im Umland ist der Spitzboden oft schon halb ausgebaut, aber nicht gedämmt und nicht geheizt. Dann ist der Schritt kurz: Dämmung, Fenster, Estrich, Bad, Elektro. Solche Ausbauten laufen bei bewohntem Haus, in Etappen und mit Staubschutz zur Treppe hin.
In der Platte und im Zeilenbau ist das Dachgeschoss meist bereits Wohnfläche oder als Flachdach ausgeführt. Dort dreht sich die Anfrage eher um das oberste Geschoss selbst als um einen Ausbau nach oben.
Genehmigung, Beschluss und Milieuschutz
Aus Nutzfläche wird Wohnfläche, und das ist ein Nutzungswechsel. Er will beantragt sein. Der Bauantrag kommt vom Architekten oder Bauvorlageberechtigten, die Statik vom Tragwerksplaner. Beide binden wir ein, liefern ihnen Bestandsaufmaß und Fotos zu und tragen ihre Termine in den Bauzeitenplan ein. Ausgestellt und eingereicht werden die Unterlagen von ihnen.
Im Mehrfamilienhaus kommt der Weg über die Eigentümerversammlung dazu. Der Dachboden gehört allen, das neue Wohneigentum gehört einem. Zwischen diesen beiden Punkten liegen Beschluss, Änderung der Teilungserklärung und eine Regelung zu Stellplätzen und Kosten. In den Milieuschutzgebieten, etwa in Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Neukölln, prüft zusätzlich der Bezirk. Alles das gehört vor die Planung, nicht dazwischen.
Was ein Dachgeschossausbau kostet
Die folgenden Zahlen sind Erfahrungswerte und gelten brutto und eingebaut, Stand September 2026. Die Quadratmeter beziehen sich auf die ausgebaute Fläche unter dem Dach.
| Umfang | Preis | Was darin steckt |
|---|---|---|
| Ausbau unter dichtem Dach | 1.400 bis 2.100 €/m² | Innenausbau, Boden, Bad, Elektro, Oberflächen |
| Ausbau mit neuer Dämmung und Dachflächenfenstern | 1.800 bis 2.600 €/m² | zusätzlich Dämmpaket und Fenster im Dach |
| Ausbau mit neuer Eindeckung und Gaube | 2.300 bis 3.400 €/m² | zusätzlich Dachdeckung und Gaubenkonstruktion |
| Statiker | 500 bis 1.200 € | je Vorgang |
| Trockenestrich | 40 bis 70 €/m² | Bodenfläche |
| Innentür mit Zarge | 450 bis 1.100 € | je Tür |
Ein Beispiel: 60 Quadratmeter unter einem Dach, das neu gedämmt wird und Dachflächenfenster bekommt. Bei 1.800 bis 2.600 Euro je Quadratmeter liegt die Spanne bei 108.000 bis 156.000 Euro. Dazu kommen Statiker und die Honorare für den Bauantrag. Wer die eigene Fläche durchrechnen will, nutzt den Rechner für Dachausbaukosten.
Nach oben zieht vor allem die Gaube, weil Zimmerei, Dachdeckung, Klempner und Gerüst zusammenkommen. Nach unten zieht ein Dach, das bereits dicht und gedämmt ist, und ein Bad, das direkt über dem darunterliegenden Bad sitzt.
Der Ablauf in Wochen
Der erste Termin findet auf dem Dachboden statt und kostet nichts. Wir messen die Höhe, sehen uns Sparren, Decke und Schornsteine an, suchen den möglichen Leitungsweg und den Platz für die Treppe. Danach steht fest, welche der drei Umfangsstufen realistisch ist, und Sie bekommen das schriftliche Angebot mit Festpreis, nach Gewerken aufgeschlüsselt.
Es folgt der Vorlauf mit Statik, Bauantrag und Materialbestellung. Für Planung und Genehmigungen rechnen Sie mit 3 bis 8 Wochen, bei einem vollständigen Bauantrag gern mehr.
Auf der Baustelle beginnt es mit Gerüst, Staubschutz und dem Schutz von Treppenhaus und Aufzug. Dann kommen die Arbeiten am Dach: Eindeckung, Gaube, Dachfenster. Anschließend Statikertüchtigung, Treppe und Deckenöffnung. Danach Dämmung, Dampfbremse und Ständerwerke, gefolgt von Elektro und Sanitär in der Installationsebene. Es folgen Beplankung, Estrich mit Trocknungszeit, Fliesen, Maler und Boden. Zum Schluss Türen, Einbauten, Sanitärobjekte und die gemeinsame Abnahme mit Protokoll.
Für 60 Quadratmeter liegen dazwischen in der Regel 10 bis 16 Wochen. Die Estrichtrocknung und die Lieferzeit der Fenster sind dabei die beiden Posten, die den Plan am stärksten bestimmen.
Die Punkte, an denen es teuer wird
Der erste ist die Höhe. Wer erst nach der Planung misst, verliert Zeit und manchmal die halbe Fläche. Wir gehen deshalb schon beim ersten Termin mit der Messlatte durch den Raum.
Der zweite ist der Schornstein. In vielen Berliner Dachböden stehen zwei oder drei alte Züge mitten in der Fläche. Ob sie bleiben, zurückgebaut oder umnutzt werden, entscheidet über den Grundriss und wird früh mit dem Schornsteinfeger geklärt.
Der dritte ist der Anschluss an die Haustechnik. Wasser, Abwasser und Elektro müssen aus dem Haus nach oben. Liegt der vorhandene Strang günstig, ist das eine Position von überschaubarer Größe. Liegt er ungünstig, wird es ein eigener Bauabschnitt.
Der vierte ist der Materialtransport. Altbauten haben selten einen Aufzug bis unters Dach. Dann kommen Außenaufzug oder Kran in den Plan, und das gehört ins Angebot statt in die Schlussrechnung.
Der fünfte ist die Jahreszeit. Ein geöffnetes Dach verträgt Regen schlecht, deshalb legen wir Abbund und Eindeckung möglichst in eine trockene Phase. Steht der Termin im Winter, planen wir eine Notabdeckung und ein längeres Zeitfenster für die Dacharbeiten ein.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Statische Berechnungen und der Bauantrag kommen von Statiker und Architekt. Wir koordinieren beide und arbeiten ihnen zu, ausgestellt werden die Unterlagen von ihnen.
Eine Dachneueindeckung ohne Innenausbau ist der Auftrag eines Dachbetriebs, ebenso Fassade und Gerüst als eigenständige Leistung. Kommt der Ausbau dazu, läuft alles über uns und die Partnerbetriebe in unserer Bauleitung.
Findet sich in der alten Dämmung Asbestzement oder künstliche Mineralfaser, ist die Schadstoffsanierung mit Freimessung ein eigener Auftrag für einen darauf eingerichteten Betrieb. Und für den tropfenden Hahn oder die defekte Steckdose im Haus ruft man sinnvollerweise einen Notdienst, weil wir in Bauabschnitten arbeiten.
Wo wir Dachgeschosse ausbauen
Gebaut wird in ganz Berlin und im Umland. In den Einfamilienhausgebieten von Mahlsdorf und Lichtenrade ist das Dach die letzte Reserve, die das Grundstück noch hergibt; der Ausbau ersetzt dort den Umzug. Ähnlich sieht es in Falkensee aus, wo der Spitzboden oft schon halb ausgebaut, aber weder gedämmt noch beheizt ist. Über den Wohnungen der Gründerzeithäuser in Prenzlauer Berg und Pankow liegen Trockenböden, aus denen Maisonetten mit interner Treppe werden. In Zehlendorf und Reinickendorf sind die Siedlungsdächer flacher geneigt, und erst eine Gaube macht die Fläche nutzbar.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Kosten für den Dachausbau — die drei Umfangsstufen auf Ihre Quadratmeter gerechnet.
- Innenausbau — Trockenbau, Einbauten und Oberflächen unter der Schräge.
- Maurer im Bestand — die Öffnung in der Geschossdecke und der Sturz darüber.
- Förderung bei der Sanierung — was es für Dämmung, Dachfenster und Außentüren gibt.
- Wie lange eine Sanierung dauert — Bauzeiten für andere Umfänge zum Vergleich.
Wenn über Ihnen noch Platz ist
Rufen Sie an und schildern Sie kurz die Lage: 030 8268 9996, montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr. Firsthöhe, Dachneigung, Grundfläche und Baujahr reichen für eine erste Einschätzung. Danach kommen wir zum Aufmaß auf den Dachboden. Über das Formular unten auf der Seite erreichen Sie uns ebenfalls, dann rufen wir zurück.
