Zwei Maße, die ständig verwechselt werden
Die Aufbauhöhe zählt von der Rohdecke bis zur Oberkante des fertigen Belags. Die Estrichdicke ist nur die Platte selbst. Zwischen beiden Zahlen liegen Dämmung, Schüttung und Belag, also schnell 40 Millimeter. Wer zwei Angebote nebeneinanderlegt, sollte deshalb prüfen, welche Schichten in der genannten Höhe enthalten sind.
Das Maß ist keine Formsache. Es entscheidet über Türblätter, Zargen, Heizkörperanschlüsse, Fensterbrüstungen und den Übergang zum Hausflur. In einer Berliner Altbauwohnung mit 3,20 Metern Raumhöhe fallen 80 Millimeter kaum auf. Im Zeilenbau mit 2,50 Metern lichter Höhe verändert dieselbe Zahl den halben Innenausbau.
Die drei Estricharten und ihre Einsatzfälle
| Art | Preis je m² Bodenfläche | Dicke schwimmend | Begehbar | Belegreif |
|---|---|---|---|---|
| Zementestrich | 35–60 € | ab 45 mm | nach 2–3 Tagen | nach 4–6 Wochen |
| Calciumsulfat-Fließestrich | 30–50 € | ab rund 35 mm | nach 1–2 Tagen | nach 2–4 Wochen |
| Trockenestrich, Gipsfaser | 40–70 € | ab 25 mm Platte | sofort | am Folgetag |
Zementestrich ist der robuste Standard und verträgt Feuchte im Bauzustand am besten. Er ist die Wahl, wenn die Decke trägt und der Bauzeitenplan die Trockenzeit hergibt. Fließestrich läuft selbst in die Fläche, wird sehr eben und baut bei gleicher Tragfähigkeit flacher auf. Er spielt seine Stärke aus, wenn Höhe knapp ist und es schnell weitergehen soll.
Neben dem schwimmenden Aufbau sind zwei weitere Bauweisen üblich. Der Verbundestrich wird ab 25 Millimetern direkt auf den tragfähigen Untergrund gebracht und verbindet sich mit ihm. Er passt, wo Höhe knapp ist und weder Dämmung noch Trittschall im Aufbau liegen müssen. Der Estrich auf Trennlage arbeitet mit zwei Lagen Folie dazwischen und beginnt bei rund 35 Millimetern.
Trockenestrich kommt ohne Wasser aus und ist am Tag danach belegbar. Auf Holzbalkendecken und bei bewohnten Wohnungen ist das der kurze Weg. Die genannten Preise beziehen sich auf die Bodenfläche des Raums. Eine Ausgleichsschüttung, die Trittschalldämmung und der Belag werden getrennt gerechnet.
Wie sich eine Aufbauhöhe zusammensetzt
| Schicht | Nassaufbau schwimmend | Trockenaufbau |
|---|---|---|
| Ausgleich oder Schüttung | 0–20 mm | 10–60 mm |
| Trittschall- oder Wärmedämmung | 15–30 mm | in der Schüttung oder 10–20 mm Platte |
| lastverteilende Schicht | 45–50 mm Estrich | 25 mm Gipsfaserplatte |
| Summe über der Rohdecke | 60–80 mm | 35–85 mm |
| Belag mit Kleber | 8–15 mm | 8–15 mm |
Zwei Rechnungen aus dem Alltag zeigen den Unterschied. Über einer Betondecke mit 20 Millimetern Dämmung und 50 Millimetern Zementestrich stehen 70 Millimeter bis zur Estrichoberkante. Mit 12 Millimetern Parkett sind es 82 Millimeter Aufbauhöhe. Auf einer Holzbalkendecke mit 40 Millimetern gebundener Schüttung und 25 Millimetern Trockenestrich sind es 65 Millimeter, mit Vinyl rund 70.
Wer im ganzen Geschoss dieselbe Belagsoberkante will, gleicht Unterschiede über die Schüttung aus. Das ist auch der übliche Weg, wenn alte Böden unterschiedlich hoch liegen. Im Altbau treffen im selben Flur häufig Dielen, Estrich aus den neunziger Jahren und ein nachträglich eingebautes Bad aufeinander.
Belegreife: die CM-Messung entscheidet
Belegreif heißt: die Restfeuchte im Estrich ist niedrig genug für den Belag. Gemessen wird mit dem CM-Gerät an einer Probe, die über die ganze Estrichdicke entnommen wird. Das Ergebnis steht in CM-Prozent und wird protokolliert.
Übliche Grenzwerte sind 2,0 CM-Prozent bei unbeheiztem Zementestrich und 1,8 bei beheiztem Aufbau. Bei Calciumsulfatestrich liegen sie bei 0,5 und 0,3. Die Probe nimmt der Bodenleger, kurz bevor er verlegt. Das Protokoll gehört in die Unterlagen zur Wohnung.
Eine Faustzahl hilft bei der Bauzeitplanung. Zementestrich trocknet erfahrungsgemäß rund eine Woche je Zentimeter Dicke, danach deutlich langsamer. Mit Lüften und gleichmäßiger Temperatur geht es zügiger, mit geschlossenen Fenstern im November langsamer. Wo Termine feststehen, planen wir den Fließestrich oder den Trockenaufbau ein.
Holzbalkendecke im Altbau: Gewicht und Ausgleich
Über einer Gründerzeitdecke liegt zwischen den Balken eine Schüttung aus Sand, Schlacke oder Bauschutt. Diese Füllung dämpft den Schall und beschwert die Decke. Was sie zusätzlich trägt, ist begrenzt und wird vom Statiker bewertet. Grundlage sind Balkenquerschnitt, Spannweite und Zustand des Holzes an den Auflagern.
Die Gewichte machen den Unterschied greifbar. Ein Zementestrich mit 50 Millimetern wiegt rund 100 Kilogramm je Quadratmeter. Eine gebundene Ausgleichsschüttung mit 40 Millimetern bringt etwa 40 Kilogramm. Ein Trockenestrich aus zwei Gipsfaserlagen mit zusammen 25 Millimetern liegt bei rund 30 Kilogramm je Quadratmeter.
Deshalb ist der Trockenaufbau auf Balkendecken der eingespielte Weg. Die gebundene Schüttung gleicht die alten Höhenunterschiede aus und füllt die Hohlräume. Darauf kommt eine Trittschallplatte, darüber die Gipsfaserplatten. Wie sich das auf den Schall zur Nachbarwohnung auswirkt, steht unter Schallschutz in der Wohnung.
Bleiben die alten Dielen liegen, ist das ebenfalls ein vollwertiger Aufbau. Sie werden verschraubt, ausgespant und danach geschliffen. Was das kostet und wie weit sich alte Böden aufarbeiten lassen, steht unter Dielenboden sanieren.
Betondecke im Zeilenbau und in der Platte
Auf Beton ist die Tragfähigkeit selten das Thema. Hier zählt die Höhe. In Bauten der fünfziger und sechziger Jahre liegt die lichte Raumhöhe oft bei 2,45 bis 2,50 Metern, im Plattenbau ähnlich. Jeder Millimeter Aufbau wandert von dieser Höhe ab.
Der schwimmende Nassestrich ist auf Beton der Regelfall, weil er Trittschall und Lastverteilung in einem Schritt löst. Wo eine alte, tragfähige Estrichplatte liegt, kommen dünne Ausgleichsmassen ab 2 Millimetern darauf. Im Bad der Platte ist die Aufbauhöhe knapp, weil die alte Sanitärzelle einen eigenen Boden mitbringt. Das Maß nehmen wir dort vor der Planung auf.
Türen, Zargen und der Anschluss ans Treppenhaus
Ein Standardtürblatt misst 1.985 Millimeter, die Luft darunter oft nur 8 bis 12 Millimeter. Ein Nassaufbau von 70 Millimetern über der alten Rohdecke passt da nicht ohne Eingriff. Entweder wird das Blatt gekürzt, oder die Zarge wandert nach oben. Beides plant der Tischler, und beides gehört in die Kostenaufstellung.
Am Übergang zum Treppenhaus endet Ihr Gestaltungsspielraum. Die Wohnungseingangstür zählt in der Eigentümergemeinschaft zum Gemeinschaftseigentum, ebenso das Podest davor. Der neue Boden wird deshalb in der Wohnung an die vorhandene Schwelle herangeführt. Größere Unterschiede fängt eine Anlaufstufe im Flur ab.
Drei weitere Anschlüsse verändern sich mit der Aufbauhöhe: Heizkörperanschlüsse an der Wand, die Brüstungshöhe bodentiefer Fenster und der Antritt einer Innentreppe. Bei Maisonettewohnungen ist die Treppe der empfindliche Punkt, denn gleiche Steigungen sind Pflicht. Deshalb messen wir vor dem Angebot jede Tür und jeden Übergang auf.
Ebenheit, Randstreifen und Fugen
Vor jedem Aufbau wird der Untergrund geprüft. Gemessen und begutachtet werden Tragfähigkeit, Restfeuchte, Risse und lose Schichten aus früheren Belägen. Alte Klebereste werden abgeschliffen oder gefräst, damit die neue Schicht haftet. Ausgleichsmassen gleichen 2 bis 20 Millimeter aus, größere Unterschiede übernimmt die Schüttung.
Die DIN 18202 legt fest, wie eben ein Boden sein muss. Maßgeblich ist der Messpunktabstand: bei 1 Meter sind 4 Millimeter zulässig, bei 4 Metern 10 Millimeter. Für Parkett und dünne Designbeläge wird zusätzlich gespachtelt, weil sich jede Welle im Belag abzeichnet.
Der Randdämmstreifen trennt die Estrichplatte von jeder aufgehenden Wand, von Zargen und von Rohren. Üblich sind 8 Millimeter Dicke. Er läuft über die spätere Belagsoberkante hinaus und wird erst abgeschnitten, wenn der Belag liegt. Ohne diese Trennung nimmt die Platte Körperschall direkt in die Wand mit.
Estrichfelder werden geteilt, wenn Räume über Türdurchgänge verbunden sind oder Grundrisse springen. In der Tür liegt dann eine Bewegungsfuge, die im Belag sichtbar bleibt oder mit einem Profil geschlossen wird.
Was oben darauf kommt
| Belag | Preis je m² Bodenfläche | Aufbauhöhe mit Kleber |
|---|---|---|
| Laminat verlegen | 15–30 € | 8–12 mm |
| Vinyl verlegen | 25–45 € | 4–8 mm |
| Parkett verlegen | 35–70 € | 10–16 mm |
| Parkett oder Dielen schleifen und versiegeln | 25–45 € | ohne Höhenzuwachs |
Alle vier Zeilen rechnen je Quadratmeter Bodenfläche. Für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern Wohnfläche ist die Bodenfläche etwas kleiner, weil Wandquerschnitte und eingebaute Schränke abgehen. Wer eine Gesamtsumme sucht, findet die Größenordnung im Rechner für die Gesamtkosten. Was das Verlegen selbst an Zeit und Vorarbeit verlangt, steht für elastische Beläge unter Bodenbeläge und für Holz unter Parkett verlegen.
Welcher Aufbau wann passt
| Ausgangslage | Der Aufbau, der dort greift |
|---|---|
| Betondecke, Höhe vorhanden, Zeitplan entspannt | Zementestrich schwimmend, 45–50 mm |
| Betondecke, Höhe knapp, Termin fix | Fließestrich ab rund 35 mm |
| Holzbalkendecke im Altbau | Ausgleichsschüttung plus Trockenestrich ab 25 mm |
| Bewohnte Wohnung, raumweise Sanierung | Trockenestrich, am Folgetag belegbar |
| Alte Estrichplatte tragfähig und eben | Ausgleichsmasse ab 2 mm, Belag direkt darauf |
Was wir davon bauen
Wir nehmen die Höhen im ganzen Geschoss auf, prüfen den Untergrund und legen den Aufbau Schicht für Schicht fest, von der Schüttung bis zum Randstreifen. Im Altbau holen wir für die Balkendecke den Statiker dazu, der die Traglast bewertet. Türblätter und Zargen passen unsere Tischler im selben Bauabschnitt an.
Bei Wohnungssanierungen Berlin läuft der Boden als ein Gewerk mit festen Tagen im Bauzeitenplan. Wer den ganzen Bestand erneuert, findet die Einordnung unter Altbausanierung in Berlin.
Rufen Sie mit Raumhöhe, Deckenart und gewünschtem Belag an. Unter 030 8268 9996 erreichen Sie uns montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr. Alternativ schicken Sie uns die Maße über das Formular unten auf der Seite. Wir kommen zum Aufmaß und rechnen die Aufbauhöhe Raum für Raum durch.
