Wofür Maurer- und Betonarbeiten im Bestand gebraucht werden
Fast jede Grundrissänderung endet früher oder später bei diesem Gewerk. Zwei Räume sollen einer werden, die Küche soll zum Wohnzimmer öffnen, ein Durchgang soll weg und ein neuer entstehen. Sobald Mauerwerk betroffen ist, geht es um Lastabtrag, Sturz und Ausmauerung.
Der zweite Anlass ist der Aufbau. Neue Wände in Mauerwerk kommen dort hin, wo Gewicht hängen soll: eine Küchenzeile mit Hängeschränken, ein wandhängendes WC, eine massive Duschabtrennung. Der dritte Anlass sind die Arbeiten, die nach anderen Gewerken anfallen. Schlitze für Elektro und Sanitär wollen geschlossen, Deckendurchbrüche für Leitungen vergossen, Auflager hergestellt werden.
Der vierte ist die Decke selbst: eine Treppenöffnung beim Dachausbau, ein neuer Deckendurchbruch für eine interne Treppe, eine Nische, die geschlossen wird. Alles das läuft bei uns in einem Bauzeitenplan mit den übrigen Gewerken. Putz, Spachtel und Stuck übernehmen anschließend unsere eigenen Leute, die Elektroinstallation ein Partnerbetrieb, mit dem wir seit Jahren zusammen bauen.
Der Wanddurchbruch Schritt für Schritt
Tragend oder nicht tragend
Das ist die erste und wichtigste Frage, und sie wird nicht am Telefon beantwortet. Anhaltspunkte liefern die Wandstärke, die Lage im Grundriss und die Spannrichtung der Decke. Außenwände und die Mittelwand entlang der Hausachse sind fast immer tragend. In der Platte tragen die Querwände. Belegt wird das mit Bestandsplan, Aufmaß und einer geöffneten Probestelle.
Ist die Wand nicht tragend, ist die Öffnung eine Sache von Stunden und liegt bei 400 bis 900 Euro. Ist sie tragend, beginnt ein geordnetes Verfahren mit Statiker, Träger und Abfangung.
Abfangen und Öffnen
Vor dem ersten Schnitt wird die Decke abgefangen. Dafür stehen Stempel und Jochträger links und rechts der geplanten Öffnung, bis der neue Sturz die Last übernimmt. Danach wird in zwei Schritten gearbeitet: erst eine Seite schlitzen, den halben Träger einbauen und vermörteln, dann die andere Seite. So bleibt die Wand in jedem Moment tragfähig.
Geschnitten wird mit der Wandsäge statt gestemmt, wo es geht. Das hält die Kanten gerade, den Staub gering und die Erschütterung von Stuck und Nachbardecke fern.
Sturz und Stahlträger
Über der Öffnung sitzt der Sturz. In Wohnungen sind das meist zwei Stahlprofile, seltener ein Betonfertigteil. Die Profile werden satt untermörtelt, damit die Last sofort ankommt und sich die Decke nicht setzt. Auflagerlängen, Profilhöhe und Brandschutzbekleidung bemisst der Statiker. Nach dem Einbau wird die Ansicht geschlossen, verputzt und für Spachtel und Maler übergeben.
Was danach passiert
Eine Öffnung ist erst fertig, wenn Laibung, Sturzansicht und Boden wieder zusammenpassen. Dazu gehören Ausmauern der Flanken, Innenputz in Q2 mit 25 bis 45 Euro je Quadratmeter Wandfläche und der Anschluss an den vorhandenen Bodenaufbau. Im Altbau kommt oft ein Streifen Estrich oder Dielung dazu, damit der Übergang eben wird.
Neue Wände in Mauerwerk
Nicht jede neue Wand muss massiv sein, aber manche sollte es. Kalksandstein und Porenbeton spielen ihre Stärke aus, wenn Lasten aufgenommen werden, schwere Bauteile an der Wand hängen oder ein Feuchtraum massiv ausgeführt werden soll. Sie nehmen Dübel ohne Vorbereitung auf und tragen die Küchenzeile ebenso wie das wandhängende WC.
Gemauert wird auf tragfähigem Untergrund, also auf der Rohdecke, nicht auf dem schwimmenden Estrich. Deshalb gehört die neue Wand in den Bauablauf vor den Bodenaufbau. Der Anschluss nach oben wird als Gleitfuge oder mit Mörtel ausgeführt, je nach Deckensystem.
Wo es leicht, schnell und rückbaubar sein soll, ist eine Ständerwand die passende Antwort. Auf Holzbalkendecken im Altbau ist sie oft die Lösung, weil sie deutlich weniger wiegt. Die Preise und Aufbauten dazu stehen unter Trockenbau und Wandarbeiten.
Schlitze, Durchbrüche und Vergussarbeiten
Nach der Rohinstallation von Elektro und Sanitär bleibt eine Wand mit vielen Schlitzen zurück. Diese Schlitze werden mit Mörtel geschlossen, Gewebe wird eingelegt, damit später kein Riss durch die Tapete zeichnet. Kleine Deckendurchbrüche für Leitungen bekommen einen Verguss mit Brandschutzanforderung, wo es das Bauteil verlangt.
Im Altbau kommt die Rücksicht auf Stuck hinzu. Wo ein Deckenprofil im Weg ist, wird die Leitung umgelegt, nicht das Profil durchtrennt. Das kostet ein paar Meter Kabel mehr und erhält den Wert der Wohnung.
Betondecke aufnehmen und Treppenöffnung
Die Öffnung in einer Massivdecke ist die anspruchsvollste Arbeit in diesem Gewerk. Sie kommt beim Dachgeschossausbau vor, bei Maisonetten über zwei Etagen und bei Gewerbeflächen mit interner Erschließung.
Der Ablauf ist festgelegt. Zuerst bemisst der Statiker die Öffnung, die Auswechslung und die neuen Auflager. Dann wird abgefangen, anschließend mit der Wandsäge geschnitten und das Feld in Stücken abgelassen. Danach folgen Randträger, Bewehrung und Verguss. Wir arbeiten mit Wasserabsaugung und Abdeckung, damit im Raum darunter nichts ankommt.
Die Berliner Bestände und ihr Mauerwerk
Im Gründerzeitbau bis 1918 stehen Ziegelwände in Kalkmörtel, dazu Holzbalkendecken. Die Deckenspannrichtung entscheidet darüber, welche Wand trägt, und die Balkenlage ist nicht immer dort, wo der Plan sie zeigt. Öffnungen in Ziegel lassen sich gut herstellen, brauchen aber sauberes Abfangen, weil der Mörtel wenig Zugkraft hat.
Im Zwischenkriegs- und Siedlungsbau von 1919 bis 1948 sind die Grundrisse eng, und der Wanddurchbruch ist der häufigste Auftrag überhaupt. Meist geht es darum, Küche und Wohnraum zu verbinden.
Im Zeilenbau von 1949 bis 1968 trifft man auf Ziegel und frühe Fertigteile nebeneinander. Hier lohnt der Blick in die Bauakte, weil beide Systeme im selben Haus vorkommen können.
In der Platte von 1969 bis 1990 sind die Querwände tragend und die Decken als Elemente eingebaut. Öffnungen sind machbar, brauchen aber Typenstatik und die Zustimmung von Genossenschaft oder Gemeinschaft. In der Q3A liegt die Spannrichtung anders als in der WBS 70, und genau das entscheidet über die Machbarkeit.
Im Einfamilienhaus und im Reihenhaus geht es meist um den Durchbruch zwischen Flur und Wohnraum, um einen neuen Zugang zur Terrasse oder um die Treppenöffnung ins Dachgeschoss.
Was Maurer- und Betonarbeiten kosten
Was hier steht, sind Erfahrungswerte aus Berliner Wohnungen, brutto und eingebaut, Stand September 2026. Die Bezugsgröße steht daneben und gehört zu jeder Zahl.
| Leistung | Preis | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Wanddurchbruch, nicht tragende Wand | 400 bis 900 € | je Öffnung |
| Wanddurchbruch tragend, bis 1,25 m | 2.500 bis 4.500 € | je Öffnung |
| Wanddurchbruch tragend, bis 3 m | 4.000 bis 8.000 € | je Öffnung |
| Statiker | 500 bis 1.200 € | je Vorgang |
| Innenputz Q2 | 25 bis 45 €/m² | Wandfläche |
| Entkernung inklusive Entsorgung | 40 bis 90 €/m² | Wohnfläche |
| Container 7 m³ | 350 bis 650 € | je Stück |
Ein Beispiel: eine tragende Wand zwischen Küche und Wohnzimmer wird auf 2,50 Meter geöffnet. Die Öffnung liegt bei 4.000 bis 8.000 Euro, der Statiker bei 500 bis 1.200 Euro. Dazu kommen Putz an den Laibungen und ein Container für den Bauschutt. Die Spanne für Ihre Breite und Wandart rechnen Sie im Wanddurchbruch-Rechner nach.
Nach oben ziehen drei Dinge: eine große Breite, ein schwieriger Weg für den Stahlträger in die Wohnung und ein Geschoss ohne Aufzug. Nach unten zieht eine Wand im Erdgeschoss mit kurzem Transportweg und eine Öffnung, die auf eine vorhandene Türlaibung aufsetzt.
Der Ablauf in Arbeitstagen
Der erste Schritt ist das Aufmaß vor Ort, kostenfrei und mit Blick in die Unterlagen. Wir messen Wandstärken, prüfen die Deckenkonstruktion, öffnen bei Bedarf eine kleine Probestelle und fotografieren für den Statiker. Danach bekommen Sie ein schriftliches Angebot mit Festpreis.
Sagen Sie zu, geht der Vorgang zum Statiker. Seine Berechnung und die Lieferung des Stahlträgers bestimmen den Termin, weshalb Sie mit drei bis acht Wochen Vorlauf rechnen. Bei Beschlussbedarf in der Eigentümergemeinschaft kommt die Versammlung dazu.
Auf der Baustelle läuft es an einem festen Muster entlang. Tag eins: Einrichtung, Staubschutz, Schutz von Treppenhaus und Aufzug, Abfangen der Decke. Tag zwei: Schneiden, Träger einbauen, untermörteln. Tag drei: zweite Seite, Ausmauern der Auflager, Reinigung. Tag vier: Laibungen putzen und für die Folgegewerke übergeben. Bei einer nicht tragenden Wand ist alles davon in einem Tag erledigt.
Wo aus einer Öffnung ein Eingriff wird
Der erste Punkt ist die späte Klärung der Statik. Wer den Träger erst bestellt, wenn die Wand offen ist, verliert Wochen. Wir schicken die Unterlagen deshalb vor dem Baustart zum Tragwerksplaner.
Der zweite ist, was in der Wand steckt. Elektroleitungen, Abwasser, Gas und Heizungsrohre nehmen selten Rücksicht auf geplante Öffnungen. Beim Aufmaß prüfen wir mit Leitungssuchgerät und über die Lage der Dosen, was umgelegt werden muss.
Der dritte ist der Anschluss unten. Fällt eine Wand, fehlt an ihrer Stelle der Bodenaufbau, und der Estrich endet an einer Kante. Dieser Streifen gehört ins Angebot, sonst taucht er später als Nachtrag auf.
Der vierte ist der Zugang. Ein Stahlträger von drei Metern muss durch das Treppenhaus, um die Kurve und durch die Wohnungstür. Passt er nicht, wird geteilt und gestoßen, und das will vorher bemessen sein.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Die statische Berechnung und der Standsicherheitsnachweis kommen vom Statiker, der Bauantrag vom Architekten. Wir binden beide ein, liefern zu und halten ihre Termine im Plan; unterschrieben werden die Nachweise von ihnen.
Kommt beim Öffnen einer Wand Asbest oder Mineralfaser zum Vorschein, ist die Schadstoffsanierung mit Freimessung ein eigenständiger Auftrag für einen Fachbetrieb dieser Sparte. Wir benennen den Verdacht vor dem Angebot.
Einzelne Reparaturen und Notdienste sind ein anderes Format, weil wir in Bauabschnitten mit Bauzeitenplan arbeiten. Fassade, Dachneueindeckung und Gerüst ohne Innenausbau bearbeitet ein Fassaden- oder Dachbetrieb.
Wo wir mauern und öffnen
Gearbeitet wird in ganz Berlin und im näheren Umland. In Wilmersdorf und Friedenau geht es um enge Zwischenkriegsgrundrisse, die geöffnet werden sollen. In Tempelhof und Steglitz sind es Reihenhaus und Zeilenbau mit schmalem Zuschnitt. In Hohenschönhausen und Hellersdorf entscheidet der Plattentyp über die Machbarkeit. In Köpenick kommen Villen und alte Ortslagen mit eigenen Deckenkonstruktionen dazu.
Wo Sie tiefer einsteigen können
Wie Sie tragende von nicht tragenden Wänden unterscheiden, erklärt Tragende Wand erkennen im Detail. Die Preise nach Breite und Wandart stehen unter Wanddurchbruch berechnen. Was vor dem Durchbruch aus der Wohnung herauskommt, steht unter Abbruch und Entkernung. Putz, Spachtel und Stuckanschluss danach behandelt Stuck und Putz. Und welches Baujahr welche Deckenkonstruktion mitbringt, zeigt die Übersicht der Berliner Altbautypen.
Wenn die Wand weg soll
Sagen Sie uns am Telefon, welche Wand es ist und wie breit die Öffnung werden soll: 030 8268 9996, montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr. Baujahr, Geschoss und Wandstärke helfen für die erste Einschätzung. Danach kommen wir zum Aufmaß und bringen den Statiker ins Spiel. Über das Formular unten auf der Seite erreichen Sie uns ebenfalls.
