Wann die Elektroinstallation an die Reihe kommt
Meist merkt man es nicht an einem einzelnen Tag. Die Steckdose im Flur hat keinen Schutzkontakt, im Verteiler stecken Schraubsicherungen mit Porzellankopf, und hinter jedem Sofa hängt eine Mehrfachleiste. Waschmaschine und Geschirrspüler teilen sich einen Stromkreis mit der Küche, und der fliegt raus, wenn beide zugleich laufen. Beim Termin vor Ort öffnen wir eine Dose und den Verteiler und halten fest, wie weit die Anlage von der heutigen Nutzung entfernt ist. Steht ohnehin eine Sanierung an, ist die Frage damit meist schon beantwortet.
Der günstigste Zeitpunkt ist immer der, an dem der Putz herunterkommt. Dann liegen Leitungswege frei, und die Kosten für Schlitzen und Verschließen verteilen sich auf mehrere Gewerke. Wer nur Oberflächen erneuert, kann trotzdem einzelne Räume mitnehmen.
Wer die Elektroarbeiten ausführt
Die Elektroinstallation läuft bei uns über feste Partnerbetriebe, mit denen wir seit Jahren zusammen bauen. Sie fahren auf dieselben Baustellen wie unsere eigenen Kolonnen und stehen mit festen Tagen im selben Bauzeitenplan. Koordiniert wird alles von unserem Bauleiter.
Für Sie ändert das nichts am Ablauf: ein Vertrag, ein Angebot mit Festpreis, ein Ansprechpartner und eine Abnahme am Ende. Die Schnittstelle zwischen Elektro, Trockenbau, Putz und Maler ist genau die Stelle, an der auf Baustellen sonst Zeit verloren geht. Bei uns liegt sie in einer Hand, und die Reihenfolge steht vor dem ersten Arbeitstag fest.
Was bei einer Erneuerung gemacht wird
Am Anfang steht die Bestandsaufnahme. Wir öffnen Verteiler und eine Steckdose, prüfen Adernzahl, Querschnitt und Isolierung und halten den Zählerplatz fest. Daraus entsteht eine raumweise Planung mit Zahl und Lage der Auslässe.
Dann folgt die Rohinstallation. Schlitze mit Absaugung, Dosen setzen, Leerrohre und Leitungen ziehen, alles in den Installationszonen nach DIN 18015-3. Jeder Raum bekommt die Auslässe, die in Teil 2 derselben Norm beschrieben sind, gestaffelt nach Ausstattungswert. Küche, Bad und Hauswirtschaftsraum bekommen eigene Stromkreise, der Herd einen Anschluss mit fünf Adern.
Zum Schluss kommt die Endmontage: Schalter, Steckdosen, Leuchtenanschlüsse, Verteiler mit Leitungsschutzschaltern und Fehlerstromschutzschaltern. Steckdosenkreise werden nach DIN VDE 0100-410 mit 30 Milliampere abgesichert, im Bad kommt der Potentialausgleich dazu. Rauchwarnmelder sind in Berliner Wohnungen vorgeschrieben und werden bei der Gelegenheit gesetzt. Am Ende steht die Messung mit Protokoll und Stromlaufplan.
Zählerschrank und Anmeldung beim Netzbetreiber
Der Zählerplatz ist der Punkt, an dem die Wohnung auf das Netz trifft. Alte Plätze mit Zähler im Flur oder hinter einer Holzklappe entsprechen den Technischen Anschlussbedingungen oft nicht mehr. Dann kommt ein neuer Schrank mit Zählerfeld, abschließbarem Verteilerfeld und Platz für moderne Messeinrichtungen.
Die Anmeldung übernimmt der ausführende Betrieb, der im Installateurverzeichnis von Stromnetz Berlin eingetragen ist. Er stimmt den Platz ab, reicht die Unterlagen ein und veranlasst das Setzen des Zählers. Im Mehrfamilienhaus gehört der Vorzähler-Bereich zum Gemeinschaftseigentum, deshalb kommt die Wohnungseigentümergemeinschaft bei Eingriffen dort mit ins Boot.
Leitungen im Altbau führen, ohne Stuck zu verlieren
In der Gründerzeitwohnung ist die Wand kein leeres Blatt. Stuck an Decke und Wand, Reste alter Bleileitungen, eine halbsteinige Trennwand und Putz von 3 Zentimetern bestimmen den Weg. Wir führen die Leitungen deshalb dort, wo nichts Erhaltenswertes sitzt: im Fußbodenaufbau, hinter einer Vorsatzschale, in abgehängten Deckenrändern oder in der Sockelleiste mit Kanal.
Wo geschlitzt wird, gelten Regeln. Waagerechte Schlitze in tragenden Wänden sind in Länge und Tiefe begrenzt, senkrechte bleiben in den Installationszonen. Gearbeitet wird mit Absaugung, danach werden die Schlitze gefüllt und die Fläche für den Putz vorbereitet. Wie der Stuck dabei erhalten bleibt, steht unter Stuck restaurieren und ergänzen.
Aufputz und Trockenbau als eigener Weg
Es gibt Wohnungen, in denen Leitungen sichtbar oder in einer Vorsatzschale geführt werden. In denkmalgeschützten Räumen, in Gewerbeflächen und überall dort, wo eine Wand nicht geöffnet werden soll, ist das die passende Lösung. Sie spart die Arbeit am Putz und macht die Anlage später leicht erweiterbar.
Preislich schlägt sich das nieder: In Trockenbau oder Aufputz geführt liegen die Werte rund 18 Prozent unter der Installation unter Putz. Wie die Schalen dafür aufgebaut werden, zeigt die Seite zum Trockenbau in Berliner Wohnungen.
Die Berliner Objekttypen
Im Gründerzeitbau bis 1918 stammt die Anlage oft aus mehreren Jahrzehnten übereinander. Zweiadrige Reste, nachträglich gezogene Kabel in Kanälen und ein Zählerplatz im Treppenhaus sind der Normalfall. Hier lohnt der komplette Neuaufbau, weil ohnehin fast jede Wand berührt wird.
Im Zeilenbau der Jahre 1949 bis 1968 ist die Installation meist zweiadrig ohne Schutzleiter, mit wenigen Stromkreisen und knappem Verteiler. Im Plattenbau ab 1969 laufen die Leitungen in vorgefertigten Kanälen der Betonelemente. Diese Kanäle lassen sich häufig neu belegen, was Schlitzarbeit spart. Wohnungen ab 1991 haben Schutzleiter und einen brauchbaren Verteiler; dort geht es um zusätzliche Kreise, Netzwerktechnik und einen neuen Zählerschrank. Eine Übersicht dazu steht unter Baujahr und Technik im Berliner Bestand.
Was die Elektroinstallation kostet
Die Werte sind Erfahrungswerte aus Berliner Wohnungen, brutto und eingebaut, Stand September 2026. Bezugsgröße ist in allen drei Zeilen die Wohnfläche der Wohnung, nicht die Wandfläche.
| Umfang | Erfahrungswert | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Einzelne Räume neu | 35–70 €/m² | Wohnfläche |
| Komplett neu | 90–160 €/m² | Wohnfläche |
| Komplett neu mit Zählerschrank | 115–195 €/m² | Wohnfläche |
| In Trockenbau oder Aufputz geführt | −18 % | auf die Werte oben |
Zwei Beispiele dazu. Eine Altbauwohnung mit 70 Quadratmetern, komplett neu mit Zählerschrank, liegt bei rund 8.050 bis 13.650 Euro. Dieselbe Wohnung mit Leitungen hinter Vorsatzschalen landet nach dem Abschlag bei rund 6.600 bis 11.200 Euro. In einer Komplettsanierung macht die Elektroinstallation erfahrungsgemäß 13 Prozent der Bausumme aus. Wer die Zahlen selbst durchspielen will, findet sie unter Elektroinstallation Kosten berechnen.
Ablauf und Tage auf der Baustelle
Der Vor-Ort-Termin mit Aufmaß ist kostenlos und läuft Raum für Raum. Danach kommt das schriftliche Angebot mit Festpreis, aufgeschlüsselt nach Rohinstallation, Endmontage und Zählerplatz. Im Bauzeitenplan stehen die Elektrotage dann an zwei Stellen.
Der erste Einsatz bringt Schlitze, Dosen und Leitungen. Er kommt nach Abbruch und vor Putz, Estrich und Trockenbau. Der zweite Einsatz folgt nach dem letzten Anstrich mit Schaltern, Steckdosen, Verteiler und Messung. Für 70 Quadratmeter sind das zusammen sechs bis zehn Arbeitstage. Am Ende steht die gemeinsame Abnahme mit Protokoll, und die Unterlagen zur Anlage gehen an Sie.
Die Stellen, an denen es teuer wird
Am stärksten schlägt der Zählerplatz durch. Ein neuer Schrank verlangt Abstimmung mit dem Netzbetreiber und bringt oft Arbeit im Treppenhaus mit sich. Gleich danach kommt die Zahl der Auslässe, die wir raumweise vor dem Angebot festlegen.
Der dritte Posten sind die Leitungswege. Eine Wohnung mit erhaltenswertem Stuck und massiven Innenwänden verlangt mehr Planung als eine mit Leichtbauwänden. Der vierte ist die Reihenfolge: Wer die Rohinstallation vor Putz und Estrich legt, spart doppelte Wege. Genau dafür ist der gemeinsame Bauzeitenplan da.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir bauen in Abschnitten mit festen Tagen je Gewerk. Eine defekte Steckdose, ein ausgefallener Automat oder ein Kurzschluss am Abend ist Arbeit für einen Notdienst im Stundeneinsatz. Dafür sind Betriebe eingerichtet, die genau dieses Geschäft fahren.
Auch reine Möbel- und Küchenplanung ohne Bauleistung gehört anderen Anbietern. Eine Photovoltaikanlage oder ein Hausanschluss als eigenständiger Auftrag ohne Innenausbau wird ebenso gesondert vergeben. Statische Nachweise stellt ein Statiker aus, den wir einbinden und koordinieren.
Wo wir Elektroarbeiten einplanen
In den Altbauten von Friedrichshain und Wedding treffen wir die meisten zweiadrigen Anlagen an, oft zusammen mit einem Zählerplatz im Treppenhaus. Im Zeilenbau von Steglitz geht es eher um zu wenige Stromkreise und einen Verteiler ohne Platz für Fehlerstromschutzschalter. In den Plattenbauten von Lichtenberg und Hellersdorf lassen sich die werkseitigen Kanäle in den Betonelementen häufig neu belegen, was Schlitzarbeit spart.
Zu Leitungen, Kosten und Altbau
- Elektro im Altbau erneuern — woran eine zweiadrige Anlage zu erkennen ist und was ihr Austausch je Quadratmeter kostet.
- Sanierung aller Gewerke — wo die beiden Elektroeinsätze im Gesamtplan liegen.
- Rückbau bis auf den Rohbau — der Fall, in dem ohnehin jede Leitung neu gezogen wird.
- Trockenbau und Wandarbeiten — die Schalen, hinter denen Leitungen ohne einen einzigen Schlitz laufen.
Schicken Sie uns ein Bild vom Verteiler
Ein Foto vom geöffneten Sicherungskasten und eines von einer Steckdose sagt uns schon viel. Zusammen mit Baujahr und Quadratmetern können wir die Spanne am Telefon eingrenzen. Am Telefon sind wir Mo–Fr 7–18 Uhr unter 030 8268 9996. Über das Formular unten auf der Seite lassen sich die Bilder direkt anhängen, dann schlagen wir einen Termin zum Aufmaß vor.
