Was in Tempelhof unter Sanierung verstanden wird
Tempelhof hat zwei Bestände, die sich technisch kaum ähneln. Der eine sind die Reihenhäuser von Neu-Tempelhof, gebaut in den zwanziger Jahren rund um die nach Fliegern benannten Straßen. Der andere ist der Zeilenbau der Nachkriegsjahre am Tempelhofer Damm, an der Götzstraße und rund um den Bosepark.
Im Reihenhaus dreht sich fast jedes Gespräch um dieselbe Stelle: die Treppe. Sie liegt in einem Haus von fünf bis sechs Metern Breite mitten im Weg, und das Bad sitzt im Obergeschoss über der Küche. Wer hier mehr Licht und einen offenen Wohnbereich will, kommt an der tragenden Mittelwand nicht vorbei.
In der Zeile geht es um anderes: kleine Bäder, Elektroinstallation aus der Bauzeit, Steigstränge mit vielen Jahren hinter sich.
Drei Ausgangslagen zwischen Fliegerviertel und Zeile
Die erste ist ein Reihenhaus an der Manfred-von-Richthofen-Straße, Baujahr um 1922, rund 105 Quadratmeter auf drei Ebenen. Erdgeschoss mit Küche vorn und Wohnzimmer hinten, dazwischen Diele und Treppe. Oben zwei Zimmer und ein Bad von 1985. Der Keller ist niedrig und feucht an der Außenwand.
Die zweite ist eine Etagenwohnung an der Boelckestraße, Baujahr 1954, 68 Quadratmeter. Massivdecken, Bad mit Wanne und Fenster, Küche abgetrennt, Fenster in den neunziger Jahren getauscht. Die Elektroinstallation ist zweiadrig ohne Schutzleiter.
Die dritte ist eine Wohnung im Zeilenbau nahe Alboinplatz, Baujahr 1962, 72 Quadratmeter. Zwei Zimmer plus Kammer, Bad unter vier Quadratmetern, Balkon nach Süden. Der Strang hinter der Küchenwand versorgt fünf Geschosse.
Wie Tempelhof zu diesem Bestand kam
Alt-Tempelhof war ein Dorf mit Kirche an der Straße nach Süden, das erst 1920 nach Groß-Berlin kam. Auf dem alten Exerzierfeld westlich der Dorflage entstand ab 1920 die Gartenstadt Neu-Tempelhof, angelegt mit ringförmig geführten Straßen um eine Grünachse. Gebaut wurden Reihenhäuser und kleine Mehrfamilienhäuser für Beamte und Angestellte, sparsam im Zuschnitt, massiv im Mauerwerk.
Der Krieg traf die Gegend um den Flughafen hart, die Wohnstraßen kamen unterschiedlich davon. In den fünfziger und sechziger Jahren füllten Zeilen die Lücken: vier bis fünf Geschosse, Nord-Süd gestellt, Balkon zur Sonnenseite. Viele Häuser aus beiden Bauzeiten wurden später in Eigentum aufgeteilt. Deshalb entscheidet hier oft eine Eigentümergemeinschaft mit.
Bautechnik, die vor Ort den Ausschlag gibt
Holzbalken im Reihenhaus, Massivdecke in der Zeile
In den Reihenhäusern der zwanziger Jahre liegen über dem Erdgeschoss meist Holzbalkendecken, im Keller oft Kappendecken auf Stahlträgern. Der Zeilenbau ab 1949 hat massive Decken, die großformatige Fliesen und Zementestrich ohne Weiteres tragen. Wo Holz spannt, planen wir den Aufbau leichter und prüfen die Lastannahme vorab. Welche Wand tragend ist, klärt tragende Wand erkennen mit den Merkmalen, die im Bestand sichtbar sind.
Im Reihenhaus allein, in der Zeile geteilt
Im Reihenhaus verläuft alles hausintern vom Keller nach oben, Bad und Küche liegen übereinander. Das macht den Austausch planbar. In der Zeile dagegen hängen vier bis fünf Wohnungen an einem Strang, und die Erneuerung betrifft alle. Ein Geschoss eines Strangs schlägt mit 800 bis 1.500 Euro zu Buche, der Anschluss einer Wohnung mit 2.500 bis 5.000 Euro.
Zweiadrig in beiden Beständen
Zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter sind in beiden Beständen verbreitet. Eine neue Installation kostet 90 bis 160 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, mit Zählerschrank 115 bis 195 Euro. Einzelne Räume neu zu ziehen, liegt bei 35 bis 70 Euro. Führen wir die Leitungen in Trockenbau oder Aufputz, sinkt der Wert um 18 Prozent.
Wie flach der Ablauf werden muss
Über der Massivdecke der Zeilenbauten ist der Aufbau meist dünn, weil Estrich und Dämmung knapp bemessen wurden. Für eine bodengleiche Dusche planen wir dann mit flachem Ablauf oder Wandablauf. Im Reihenhaus über der Holzbalkendecke gilt dasselbe, dort kommt der Schallschutz zur Küche darunter hinzu.
Der Schacht zieht nicht mehr von allein
Innenliegende Bäder der sechziger Jahre haben Schächte, die früher frei zogen. Nach dem Fenstertausch fehlt die Nachströmung, und die Feuchte bleibt im Raum. Wir setzen dann eine Abluftanlage mit Nachlauf und sorgen für Zuluft über Türspalt oder Außenwandelement.
Teilung und Farbe zur Straßenseite
In Neu-Tempelhof prägen kleinteilig gegliederte Holzfenster die Straßenansicht. Beim Tausch achten wir auf Teilung und Farbe, damit das Haus im Straßenbild bleibt. Standardmaße in Kunststoff liegen bei 700 bis 1.400 Euro je Fenster, Holz bei 1.100 bis 2.200 Euro. Die Werte und die Rechenwege dazu stehen unter Fenster austauschen.
Die Treppe als Dreh- und Angelpunkt
Im schmalen Reihenhaus ist die Treppe das Bauteil, an dem sich der Grundriss entscheidet. Sie beansprucht Fläche in der Mitte des Hauses und trennt vorn von hinten. Genau deshalb steht sie in fast jeder Planung zur Debatte.
Der häufigste Weg ist ein Durchbruch in der tragenden Mittelwand neben dem Lauf. Damit reicht der Blick von der Straßenseite bis in den Garten, und die Küche rückt an den Wohnraum. Ein Sturz bis 1,25 Meter liegt bei 2.500 bis 4.500 Euro je Öffnung, bis 3 Meter bei 4.000 bis 8.000 Euro.
Wird der Lauf selbst versetzt, verschiebt sich auch die Deckenöffnung, und die Statik rechnet neu. Das ist der aufwendigere Weg und spielt seine Stärke aus, wenn ohnehin beide Geschosse entkernt werden. Die Rechenwege für beide Varianten stehen unter Wanddurchbruch.
Erdgeschoss öffnen, Bad oben erneuern
Im Reihenhaus ist es die Öffnung des Erdgeschosses, meist zusammen mit neuem Boden, Maler und einer erneuerten Elektroinstallation. Dazu kommt oben das Bad. In der Zeile stehen Komplettsanierungen nach Eigentümerwechsel an, häufig mit Strangarbeiten im ganzen Haus.
Der dritte Block ist die Renovierung vor Vermietung: Böden, Wände, Türen, Kleinreparaturen. Die Abfolge steht unter Wohnungsrenovierung.
Preise für die Tempelhofer Objekttypen
Fünf Zeilen decken ab, was hier beauftragt wird. Angegeben sind Bruttopreise für die fertige Leistung, Preisstand September 2026.
| Umfang | Preis | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Renovierung: Maler, Boden, Türen | 250–450 € | je m² Wohnfläche |
| Teilsanierung: Bad oder Küche neu, dazu Oberflächen | 500–900 € | je m² Wohnfläche |
| Komplettsanierung: alle Gewerke, Grundriss bleibt | 900–1.500 € | je m² Wohnfläche |
| Kernsanierung: zurück auf den Rohbau, Grundriss neu | 1.400–2.200 € | je m² Wohnfläche |
| Tragender Durchbruch bis 1,25 m | 2.500–4.500 € | je Öffnung |
Das Baujahr verschiebt die Werte. Für Neu-Tempelhof mit Baujahren von 1919 bis 1948 kommen 8 Prozent dazu, der Zeilenbau von 1949 bis 1968 liegt auf dem Grundwert. Ein gehobener Ausbaustandard schlägt mit 30 Prozent zu Buche, Vermietungsstandard mit 15 Prozent Abschlag. Eine Aufstellung nach Wohnungsgröße finden Sie unter Sanierungskosten in Berlin.
Zustimmungen, Statik und Genehmigungen
Im Reihenhaus entscheiden Sie allein, solange die Nachbarwand unberührt bleibt. Bei tragenden Bauteilen kommt der Nachweis des Statikers dazu, 500 bis 1.200 Euro je Vorgang. Größere Eingriffe gehen als Bauvorlage an den Bezirk, dafür zeichnet ein Architekt oder Bauvorlageberechtigter.
In der aufgeteilten Zeile redet die Eigentümergemeinschaft mit. Betroffen sind Fenster, Wohnungstür, Steigleitungen und alles Tragende. Wir schneiden das Angebot so zu, dass Verwaltung und Versammlung den Gemeinschaftsteil sauber herauslesen können.
Milieuschutz gilt in Tempelhof nicht flächendeckend wie in den Innenstadtbezirken. Wie eine soziale Erhaltungsverordnung im Detail wirkt, lesen Sie unter Milieuschutz in Berlin.
Die Baustelle im Haus und in der Zeile
Im Reihenhaus steht der Container auf der Zufahrt oder auf einer genehmigten Stellfläche an der Straße. Für sieben Kubikmeter Volumen fallen 350 bis 650 Euro je Container an. Entkernung samt Entsorgung rechnen wir mit 40 bis 90 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.
In der Zeile führt der Weg über das Treppenhaus. Wir kleiden Handlauf, Stufenkanten und Wände auf dem Transportweg ab und schützen den Aufzug, wo einer vorhanden ist. Staubschutzwände trennen die Baustelle von den Räumen, die in Betrieb bleiben.
Nachbarn erfahren vorher, wann gestemmt wird. Auf der Wohnungsseite arbeiten unsere eigenen Leute: Sanitär, Fliesen, Maler, Putz, Stuck. Bei Dach und Elektro arbeiten wir mit festen Partnerbetrieben, die seit Jahren zu unseren Baustellen gehören. Alle stehen in einem Plan, und Sie haben einen Ansprechpartner.
Der Weg vom Anruf zur Abnahme
Zuerst kommt der Vor-Ort-Termin, kostenlos, Raum für Raum mit Aufmaß. Danach folgt das Angebot mit Festpreis, getrennt nach Gewerken, mit Bauzeitenplan. Für Planung, Bestellung und Genehmigungen nach der Zusage rechnen Sie 3 bis 8 Wochen.
Auf der Baustelle gilt: Renovierung von 70 Quadratmetern in 5 bis 10 Arbeitstagen, Teilsanierung in 3 bis 5 Wochen, alle Gewerke in 6 bis 10 Wochen. Der Rückbau auf den Rohbau bei 90 Quadratmetern läuft in 10 bis 16 Wochen. Über fünf Geschosse hinweg braucht ein Strang 3 bis 5 Wochen. Zum Schluss gehen wir gemeinsam durch das Objekt und halten das Ergebnis im Abnahmeprotokoll fest. Die Dokumentation für Elektro und Sanitär liegt bei.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Unsere Planung läuft in Bauabschnitten mit festen Tagen je Gewerk. Eine einzelne Reparatur passt in dieses Raster nicht, etwa eine defekte Steckdose oder ein verstopfter Abfluss. Dafür ist ein Kundendienst- oder Notdienstbetrieb der richtige Weg.
Wer nur eine Küche geplant haben möchte, ohne dass gebaut wird, ist im Küchenstudio besser aufgehoben. Eine neue Dacheindeckung mit Gerüst ohne Arbeiten im Inneren vergibt man an einen Dachdeckerbetrieb. Asbest und künstliche Mineralfasern mit Freimessung bearbeiten Fachbetriebe mit eigener Zulassung. Bauvorlage und statischen Nachweis zeichnet der Architekt oder Statiker, den wir dazuholen.
Wo wir in Tempelhof und den Nachbarorten bauen
Gebaut wird in ganz Tempelhof. Wir arbeiten in Neu-Tempelhof zwischen Manfred-von-Richthofen-Straße, Werner-Voß-Damm und Boelckestraße sowie in Alt-Tempelhof rund um Dorfkirche und Tempelhofer Damm. Dazu kommen die Zeilen an Götzstraße, Alboinplatz und Bosepark. Unsere Kolonnen fahren von der Haynauer Straße 58 in Berlin-Lankwitz her, ein kurzer Weg über die Attilastraße, und die Anfahrt ist im Festpreis enthalten.
Nördlich grenzt Schöneberg mit dem Bayerischen Viertel an, nordöstlich Kreuzberg jenseits des Tempelhofer Felds. Östlich schließt Neukölln mit dem Schillerkiez an, südlich folgt Lichtenrade mit seinen Siedlungshäusern. Westlich liegt Steglitz mit dem Bestand an der Schloßstraße.
Wo Sie tiefer einsteigen können
Die Leistungsseite Kernsanierung beschreibt den Rückbau auf den Rohbau und seinen Einsatzfall. Wer nur die Wände neu will, findet unter Malerarbeiten die Stufen von streichen bis spachteln.
Zu Trennwänden und Vorsatzschalen steht Trockenbau bereit, zur Abfolge auf der Baustelle die Reihenfolge der Gewerke. Selbst durchrechnen können Sie im Sanierungsrechner.
Termin in Tempelhof vereinbaren
Ob das Reihenhaus im Fliegerviertel geöffnet werden soll oder die Wohnung an der Boelckestraße neue Leitungen braucht: Wir schauen es uns an und messen auf. Das Telefon ist Mo–Fr 7–18 Uhr besetzt: 030 8268 9996.
Verwaltungen und Eigentümergemeinschaften schreiben oft lieber. Nutzen Sie dafür das Formular unten auf der Seite, wir melden uns mit einem Terminvorschlag zurück.
