Welche Leitungen in der Wohnung liegen
Hinter der Wand im Bad liegen vier Leitungen nebeneinander: Trinkwasser kalt und warm, Abwasser sowie Heizungsvor- und -rücklauf. Jede von ihnen beginnt am Steigstrang im Haus und endet an einer Armatur im Raum. Dazwischen sitzen Waschtisch, WC, Dusche und Heizkörper, und jedes dieser Bauteile bestimmt Nennweite und Gefälle mit.
Diese Arbeiten führen unsere eigenen Leute aus. Der Betrieb ist Teil der WRS Gruppe, in der über 150 Jahre Meisterhandwerk zusammenkommen. Auf der Baustelle heißt das kurze Wege: Fliesen, Putz und Maler kommen aus demselben Haus, und die Reihenfolge steuert ein Bauleiter mit einem Bauzeitenplan.
Wann die Leitungen erneuert werden
Am häufigsten ist es schlicht das Alter. Verzinkte Stahlrohre aus der Nachkriegszeit setzen innen zu, der Querschnitt wird enger, der Druck an der Dusche lässt nach. Rostfahnen im Waschbecken und ein brauner Strahl nach dem Urlaub sind deutliche Zeichen.
Manchmal gibt auch der Grundriss den Anstoß: Wer Küche und Bad neu anordnet, verlegt zwangsläufig Zu- und Ablauf. Und wenn im Haus ohnehin die senkrechten Leitungen getauscht werden, ist der Moment für die Wohnungsleitungen gekommen. Wie ein solcher Auftrag über mehrere Geschosse läuft, steht unter Strangsanierung im Berliner Mietshaus.
Trinkwasser und Abwasser in der Wohnung
Für Trinkwasser arbeiten wir mit Mehrschichtverbundrohr oder Edelstahl im Pressverfahren. Die Leitungen laufen im Fußbodenaufbau, hinter einer Vorsatzschale oder in der Vorwand. Jede Entnahmestelle bekommt eine Anbindung, die sich später absperren lässt. Nach der Rohinstallation folgt die Dichtheitsprüfung mit Protokoll.
Abwasser folgt dem Gefälle und den Nennweiten. Ein WC braucht DN 100, Dusche und Waschtisch kommen mit DN 50 aus, die Spüle ebenso. Als Gefälle planen wir ein bis zwei Zentimeter je Meter Laufweg. Die Rohre bekommen eine Körperschalldämmung und werden entkoppelt befestigt, damit die Nachbarn nichts hören. Auf Wunsch setzen wir schallgedämmte Rohre mit höherer Masse ein.
Vorwandinstallation und Wandaufbau
Die Vorwand ist ein Ständerwerk aus verzinktem Profil vor der Massivwand. Darin verschwinden Spülkasten, Zulauf, Ablauf und die Befestigung für ein wandhängendes WC. Üblich sind 15 bis 20 Zentimeter Tiefe; eine halbhohe Variante mit Ablage kommt oft mit weniger aus.
Beplankt wird mit imprägnierten Platten, danach folgt die Verbundabdichtung im Spritzwasserbereich. Erst darauf kommen die Fliesen. Im Altbau löst die Vorwand gleich mehrere Aufgaben: Sie nimmt die Leitungen auf, gleicht schiefe Wände aus und schafft eine gerade Fläche für großformatige Fliesen. Was dabei auf die Fläche kommt, beschreibt die Seite zu den Fliesenarbeiten in Bad und Küche.
Der Anschluss an den Steigstrang
Der Steigstrang gehört im Mehrfamilienhaus zum Gemeinschaftseigentum. Alles, was daran geschieht, braucht deshalb die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder der Verwaltung. In der Wohnung selbst entscheiden Sie allein.
Technisch setzen wir an der Abzweigung an. Dort kommen neue Absperrungen und, wo sie fehlen, Wohnungswasserzähler hinein. Sitzt der Strang in einem Schacht, planen wir eine Revisionsöffnung ein, damit spätere Arbeiten ohne Fliesenbruch möglich sind. Beim Abwasser läuft dasselbe am Fallrohr, mit einem Abzweig in der passenden Höhe.
Trinkwasserhygiene und Dämmung
Wasser soll kalt bleiben und warm ankommen. Nach DIN 1988-200 darf sich Kaltwasser auf dem Weg durch die Wohnung nicht über 25 Grad erwärmen. Dafür werden Kaltwasserleitungen gedämmt und getrennt von Heizungs- und Warmwasserleitungen geführt. Warmwasser soll dagegen zügig die Temperatur halten.
Heizungsleitungen bekommen die Dämmstärken aus dem Gebäudeenergiegesetz, in der Regel 100 Prozent des Innendurchmessers bei frei verlegten Rohren. Kurze Stichleitungen zu den Entnahmestellen halten das stehende Wasser gering. Steht eine Wohnung länger leer, gehört ein einfacher Spülplan dazu, damit das Wasser in Bewegung bleibt.
Bleileitungen im Vorkriegsbestand
In Häusern, die vor dem Krieg gebaut wurden, stecken vereinzelt noch Bleileitungen in Wohnungsabzweigen und alten Steigsträngen. Erkennen lassen sie sich am weichen, grauen Rohr mit gelöteten Muffen. Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Blei liegt bei 0,010 Milligramm je Liter.
Wir tauschen solche Strecken vollständig, von der Entnahmestelle bis zum Anschluss am Strang. Teilstücke stehen zu lassen bringt nichts, weil das Wasser jede verbliebene Strecke passiert. Beim Termin öffnen wir dafür eine Revisionsklappe oder sehen uns die Leitung im Keller an.
Heizungsleitungen und Heizkörper
Beim Umbau einer Wohnung wandern Heizkörper häufig mit. Eine neue Trennwand, ein größeres Fenster oder eine geöffnete Küche verlangen einen anderen Platz. Die Anbindung führen wir dann im Fußbodenaufbau oder hinter der Vorsatzschale zum vorhandenen Strang.
Vorher klären wir die Anlagenart. Im Zweirohrsystem hängt jeder Heizkörper an Vor- und Rücklauf, im Einrohrsystem an einer Ringleitung mit Bypass. Das bestimmt Ventil und Anschlussmaß. Bei Fernwärme kommt die Auslegungstemperatur aus der Übergabestation im Keller, und die Heizflächen werden darauf abgestimmt. Neue Leitungen bekommen Dämmung, Entlüfter an den Hochpunkten und eine Druckprüfung mit Protokoll.
Was die Arbeiten kosten
Die Werte sind Erfahrungswerte aus Berliner Wohnungen, brutto und eingebaut, Stand September 2026. Die Bezugsgröße steht in der rechten Spalte und gehört zu jeder Zahl dazu.
| Leistung | Erfahrungswert | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Strangsanierung, Steigleitungen | 800–1.500 € | je Geschoss und Strang |
| Strangsanierung, Wohnungsanbindung | 2.500–5.000 € | je Wohnung |
| Trockenbau im Feuchtraum, Vorwand und Schale | 75–115 €/m² | Wandfläche |
| Vorsatzschale für Leitungen | 38–65 €/m² | Wandfläche |
| Fliesen verlegen bis 30 × 60 cm | 45–75 €/m² | Fläche, ohne Material |
Als Anteil gerechnet liegen Sanitär- und Heizungsleitungen bei rund 15 Prozent einer Komplettsanierung. Bei 900 bis 1.500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche sind das grob 135 bis 225 Euro je Quadratmeter. Die Gesamtrechnung für Ihre Wohnung lässt sich mit dem Rechner für Sanierungskosten durchspielen.
Ablauf und Tage im Haus
Der Vor-Ort-Termin mit Aufmaß ist kostenlos. Wir gehen jeden Raum durch, öffnen wo nötig eine Klappe und halten Rohrmaterial, Strangposition und Gefälle fest. Daraus entsteht das Angebot mit Festpreis, getrennt nach Rohinstallation, Vorwand und Endmontage.
Auf der Baustelle liegen die Sanitärtage an zwei Stellen. Zuerst die Rohinstallation mit Schlitzen, Leitungen, Vorwand und Dichtheitsprüfung. Danach laufen Estrich, Fliesen und Maler. Zum Schluss folgt die Endmontage mit Objekten, Armaturen und Heizkörpern. Für 70 Quadratmeter sind das acht bis zwölf Arbeitstage, eingebettet in sechs bis zehn Wochen Komplettsanierung.
Die Stellen, an denen es teuer wird
Am schwersten wiegt der Weg des Abwassers. Jeder Meter zusätzliches Gefälle kostet Aufbauhöhe, und im Bad ist die oft knapp. Dazu kommt die Lage des Strangs: Liegt er weit weg vom neuen Bad, wächst die Leitungslänge in allen Gewerken mit.
Die Überraschungen stecken meist im Bestand hinter der Wand: alte Schlitze, Reste früherer Installationen, ungedämmte Rohre. Sie kommen erst beim Öffnen zum Vorschein, und deshalb öffnen wir beim Aufmaß lieber einmal mehr. Zuletzt zählt die Abstimmung im Haus, sobald Gemeinschaftseigentum berührt wird. Welche Bestandstypen was mitbringen, ordnet die Übersicht zu den Baualtersklassen ein.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir arbeiten in Bauabschnitten mit festen Tagen. Ein tropfender Hahn, ein verstopfter Abfluss oder ein Rohrbruch am Sonntag gehört zum Notdienst, der genau dafür eingerichtet ist. Auch die jährliche Wartung einer Therme läuft über einen Betrieb, der diese Anlage betreut.
Wer eine Küche geplant haben möchte, ohne dass gebaut wird, ist bei einem Einrichter besser aufgehoben. Eine Schadstoffsanierung mit Freimessung, etwa bei alter Rohrisolierung, macht ein Fachbetrieb mit Zulassung. Den statischen Nachweis für einen Durchbruch zeichnet ein Statiker, den wir dazuholen und terminlich einbinden.
Wo wir Leitungen verlegen
Leitungen verlegen wir in der ganzen Stadt: In Kreuzberg und Neukölln sitzt das Bad oft in einer ehemaligen Speisekammer, und der Weg zum Fallrohr ist kurz, aber eng. In Wilmersdorf und Tempelhof geht es meist um verzinkte Stahlrohre der Nachkriegsjahre. In Marzahn gibt der gemeinsame Schacht den Ablauf vor, in Mitte häufig die Fernwärme-Übergabestation im Keller. In Weißensee sind es Siedlungshäuser mit kleinen Bädern, im Umland in Kleinmachnow Einfamilienhäuser mit eigener Heizzentrale.
Zu Leitungen, Strängen und Bädern
Wie die Leitungen im ganzen Haus getauscht werden, steht unter Strangsanierung. Soll die ganze Wohnung neu werden, lesen Sie Wohnung komplett sanieren; für das Gründerzeithaus gibt es Gründerzeitbau instand setzen. Die Schalen und Vorwände dazu beschreibt die Seite Trockenbau. Wer wissen will, in welcher Reihenfolge die Gewerke kommen, findet das unter Reihenfolge der Gewerke.
Sagen Sie uns, wo der Strang sitzt
Für ein erstes Gespräch reichen drei Angaben: Baujahr des Hauses, Grundriss von Bad und Küche, und ob die Steigleitungen schon getauscht wurden. Damit lässt sich am Telefon einordnen, wie umfangreich der Auftrag wird. Unter 030 8268 9996 sind wir Mo–Fr 7–18 Uhr erreichbar. Über das Formular unten auf der Seite können Sie uns den Grundriss auch schicken, dann kommen wir zum Aufmaß vorbei.
