Fünf Merkmale, die für eine Erneuerung sprechen
Der Sicherungskasten sitzt im Flur hinter einer Holzklappe, und darin stecken Schraubsicherungen mit Porzellankopf. Öffnet man eine Steckdose, liegen dort zwei Adern statt drei. In Berliner Wohnungen aus der Zeit bis 1968 ist beides der Normalfall, und schon eines davon ist Anlass, die Anlage aufnehmen zu lassen.
| Merkmal | Wo Sie es sehen | Was es bedeutet |
|---|---|---|
| Zweiadrige Leitung ohne Schutzleiter | in der geöffneten Steckdose | Steckdosen ohne Schutzkontakt, Anlage aus der Zeit vor der Schutzleiterpflicht |
| Klassische Nullung | Brücke in der Dose vom Neutralleiter auf den Schutzkontakt | Schutzleiter und Neutralleiter werden gemeinsam geführt |
| Stoff- oder gummiisolierte Leitung | im Zählerschrank, an Abzweigdosen | Isolierung aus der Frühzeit der Installation |
| Porzellansicherung zum Schrauben | auf der Zählertafel | Verteilung ohne Platz für heutige Schutzeinrichtungen |
| Kein Fehlerstromschutzschalter | im Verteiler | kein Schutz beim Berühren spannungsführender Teile |
Am Anfang steht deshalb eine Bestandsaufnahme mit Messung. Geprüft werden der Schutzleiter, der Isolationswiderstand und die Aufteilung der Stromkreise. Dazu kommt ein Blick auf die Hauptleitung im Treppenhaus und auf den Zählerplatz. Aus diesem Befund ergibt sich, ob einzelne Räume genügen oder die ganze Wohnung an die Reihe kommt.
Aluminiumleitungen aus den siebziger Jahren gehören ebenfalls auf die Liste. Erkennbar sind sie an der silbrigen Aderfarbe. Weil das Material unter Druck nachgibt, braucht jede Klemmstelle dort besondere Sorgfalt.
Klassische Nullung, Schutzleiter, Fehlerstromschutz
Die klassische Nullung führt Neutralleiter und Schutzleiter im selben Leiter. In der Steckdose sitzt eine Brücke auf den Schutzkontakt. Beim Erneuern wird die Anlage ab der Verteilung mit getrenntem Schutzleiter aufgebaut. Das ist der eigentliche Kern jeder Erneuerung im Altbau.
Der Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere Auslösestrom gehört heute zum Standard. Die DIN VDE 0100-410 in der Fassung von 2018 nennt ihn für Steckdosenstromkreise bis 32 Ampere. Räume mit Badewanne oder Dusche und Außensteckdosen fallen ebenfalls darunter. In der Praxis werden mehrere Schalter gesetzt, damit nicht die ganze Wohnung dunkel wird.
Dazu kommt die Aufteilung in Stromkreise. Küche, Bad, Waschmaschine, Herd und Arbeitsplatz bekommen eigene Kreise. Netzwerkleitungen werden im selben Arbeitsgang mitgeführt, weil die Wand später zu ist. Diese Entscheidungen fallen in der Rohinstallation und sind danach teuer zu ändern.
Was in welchen Raum gehört
Die DIN 18015-2 legt fest, wie viele Anschlüsse ein Raum mindestens bekommt, gestaffelt nach Raumgröße und Nutzung. Für die Planung verwenden wir die folgenden Werte, die in Berliner Wohnungen gut aufgehen.
| Raum | Steckdosenstellen | Was zusätzlich dazugehört |
|---|---|---|
| Wohnen bis 20 m² | 6–8 | zwei Lichtauslässe, Netzwerk, Antenne |
| Schlafen | 4–6 | Licht beidseits des Betts, Netzwerk |
| Küche | 10–14 | eigene Kreise für Herd, Spülmaschine, Kühlschrank |
| Bad | 2–3 | Anschluss Waschmaschine, Spiegelleuchte |
| Arbeiten | 6–10 | Netzwerk, Schalter an beiden Türen |
| Flur je 5 m | 1–2 | Wechselschaltung, Sprechanlage |
Je Steckdosen- oder Schalterstelle rechnen wir mit 60 bis 120 Euro. Enthalten sind Leitung, Dose, Schlitz, Einbau und Anschluss. In einer Wohnung mit 70 Quadratmetern kommen erfahrungsgemäß 45 bis 60 Stellen zusammen. Eine zusätzliche Dose kostet in der Rohbauphase wenig und später ein Vielfaches.
Zwei Vorbereitungen zahlen sich später aus. Leerrohre von der Unterverteilung in Wohnzimmer, Küche und Arbeitszimmer machen Erweiterungen möglich, ohne die Wand erneut zu öffnen. Und zwei bis drei freie Plätze im Verteiler nehmen auf, was in den kommenden Jahren dazukommt.
Der Zählerschrank und die Anmeldung
Der Zählerplatz folgt den Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers. Gefordert sind ein normgerechter Schrank, ausreichend Platz für Messeinrichtung und Zählerplatz sowie Raum für die Schutzeinrichtungen. Alte Holztafeln und flache Blechkästen erfüllen das nicht mehr. Schrank und Einbau liegen erfahrungsgemäß bei 800 bis 2.000 Euro je Anlage.
Die Anmeldung übernimmt ein im Installateurverzeichnis von Stromnetz Berlin eingetragener Betrieb. Er meldet die Arbeiten vor Beginn an und die Fertigstellung des Zählerplatzes danach. Den Zähler setzt der Messstellenbetreiber. In Mehrfamilienhäusern wird zusätzlich geprüft, ob die Hauptleitung im Treppenhaus die neue Last trägt.
Die Preisspanne je Quadratmeter macht diesen Schritt sichtbar. Zwischen 90 bis 160 Euro ohne und 115 bis 195 Euro mit Zählerschrank liegen nicht nur Schrank und Einbau. Darin stecken auch die Zuleitung, die Unterverteilung in der Wohnung, die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Prüfung am Ende.
Was es je Quadratmeter Wohnfläche kostet
| Umfang | Preis | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Einzelne Räume neu | 35–70 €/m² | Wohnfläche |
| Komplett neu | 90–160 €/m² | Wohnfläche |
| Komplett neu mit Zählerschrank | 115–195 €/m² | Wohnfläche |
| Ausführung in Trockenbau oder aufputz | −18 % | |
| Je Steckdosen- oder Schalterstelle | 60–120 € | je Stelle |
Die Bezugsgröße ist die Wohnfläche der Wohnung, nicht die Fläche der bearbeiteten Wände. Für eine Altbauwohnung mit 70 Quadratmetern heißt das: komplett neu mit Zählerschrank ergibt 8.050 bis 13.650 Euro. Wird nur ein Teil der Räume erneuert, liegt die Rechnung bei 2.450 bis 4.900 Euro.
Läuft die Installation in Vorsatzschalen, Ständerwänden oder sauber aufputz, sinkt der Wert um 18 Prozent. Aus 90 bis 160 Euro werden dann 74 bis 131 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Die Summen für Ihre Wohnfläche rechnet der Rechner für Elektrokosten durch. Für selbst genutzten Wohnraum sind nach § 35a EStG 20 Prozent des Lohnanteils absetzbar, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Das ist der Stand 2026, die Bedingungen werden regelmäßig angepasst.
Schlitzen: was die Wand hergibt
Wie tief geschlitzt werden darf, regelt die DIN 1053 nach Wandstärke, Schlitzlänge und Lage. Bei einer Wand mit 11,5 Zentimetern bleiben nachträgliche senkrechte Schlitze bei rund 10 Millimetern Tiefe. Ab 17,5 Zentimetern sind 20 bis 30 Millimeter üblich. Waagerechte Schlitze in tragenden Wänden werden vermieden oder vom Statiker freigegeben.
Deshalb wird im Altbau vorzugsweise senkrecht geschlitzt und waagerecht anders geführt. Die DIN 18015-3 nennt dafür Installationszonen. Waagerecht liegen sie 15 bis 45 Zentimeter über dem fertigen Fußboden und ebenso weit unter der Decke. Senkrecht liegen sie 10 bis 30 Zentimeter neben Türen, Fenstern und Raumecken. Wer diese Zonen einhält, findet die Leitung beim nächsten Bohrloch wieder.
Im Plattenbau gelten eigene Regeln. In Betonfertigteilen liegen Bewehrung und werkseitig eingelegte Leerrohre. Vor jedem Schlitz wird geortet, und die Freigabe der Genossenschaft oder der Eigentümergemeinschaft gehört dazu. Wo eine Wand unberührt bleiben soll, übernimmt ein Trockenbauvorsatz die Leitungsführung. Die Aufbauten dazu stehen unter Trockenbau in Berlin.
Stuck, Dielen und Denkmalschutz
Stuck bestimmt den Leitungsweg, nicht umgekehrt. Senkrechte Schlitze enden unterhalb der Kehle, Dosen liegen außerhalb der Profile. Für den waagerechten Weg nutzen wir den Hohlraum unter dem Dielenboden oder die Schüttung zwischen den Balken. Was sich am Stuck ergänzen und wiederherstellen lässt, steht unter Stuck erhalten und ergänzen.
In denkmalgeschützten Wohnungen ist die Aufputzinstallation der anerkannte Weg. Sauber gesetzte Kanäle, Sockelleisten mit Kabelkanal oder klassisch verlegte Rohrleitungen halten die Oberfläche unversehrt. Diese Ausführung ist zugleich die günstigere Variante, weil die 18 Prozent Abschlag greifen.
Wird eine Decke abgehängt, wandern die Leitungen in den Hohlraum darüber. Das ist im Altbau der bequeme Weg für Deckenauslässe, Spots und Netzwerkdosen. Die Stuckkehle bleibt dabei unberührt, weil die neue Decke darunter ansetzt.
Bleibt der Dielenboden liegen, planen wir die Leitungsführung vor dem Aufarbeiten. Einzelne Dielen werden gelöst, die Leitung in Leerrohren geführt, danach wird wieder verschraubt. So bleibt die Anlage später erweiterbar, ohne dass der Boden erneut geöffnet wird.
Prüfung, Messung und Unterlagen
Nach der Fertigstellung wird die Anlage geprüft und gemessen. Gemessen werden die Durchgängigkeit des Schutzleiters, der Isolationswiderstand, die Schleifenimpedanz und die Auslösung der Fehlerstromschutzschalter. Das Ergebnis steht in einem Prüfbericht mit Datum und Unterschrift.
Zur Übergabe gehören außerdem der Stromlaufplan, der Stromkreisverteiler mit beschrifteten Kreisen und die Dokumentation der Leitungswege. Diese Unterlagen sind beim Verkauf, bei der Vermietung und bei jedem späteren Umbau bares Geld wert. Wir übergeben sie zusammen mit dem Abnahmeprotokoll.
Wie die Arbeiten im Ablauf liegen
Die Elektroinstallation läuft in zwei Abschnitten. Die Rohinstallation kommt vor Putz und Estrich, mit Schlitzen, Leerrohren, Leitungen und Dosen. Danach übernehmen Putz, Estrich und Maler. Die Feininstallation mit Schaltern, Steckdosen, Leuchten und Verteiler folgt zum Schluss.
In einer Komplettsanierung von 70 bis 90 Quadratmetern, die insgesamt 6 bis 10 Wochen dauert, sind beide Abschnitte fest eingetaktet. Verschiebt sich die Rohinstallation, verschieben sich Putz, Estrich und alle folgenden Gewerke. Deshalb steht der Elektrotermin bei uns vor Baubeginn im Plan, nicht währenddessen.
Wie das bei uns läuft
Elektro läuft bei Wohnungssanierungen Berlin über feste Partnerbetriebe in unserer Bauleitung. Das sind Betriebe, die mit unseren Kolonnen seit Jahren auf dieselben Baustellen fahren und im Installateurverzeichnis eingetragen sind. Für Sie bleibt es ein Vertrag, ein Bauzeitenplan und ein Ansprechpartner. Anmeldung, Zählerplatz, Prüfbericht und Unterlagen laufen über denselben Weg.
Beim Vor-Ort-Termin öffnen wir eine Steckdose und den Zählerschrank und halten den Bestand fest. Daraus entsteht ein Angebot mit Festpreis, aufgeschlüsselt nach Räumen und Stellen. Den größeren Rahmen dazu finden Sie unter Elektroinstallation in Berlin und, wenn die ganze Wohnung drankommt, unter Altbausanierung in Berlin.
Rufen Sie mit Baujahr, Wohnfläche und dem an, was Sie im Zählerschrank sehen. Am Telefon sind wir unter 030 8268 9996 von Montag bis Freitag, 7 bis 18 Uhr. Schriftlich geht es über das Formular unten auf der Seite. Wir vereinbaren dann einen Termin zur Bestandsaufnahme.
