Wie ein Berliner Dielenboden aufgebaut ist
Unter dem Teppich eines Gründerzeithauses liegt fast immer derselbe Aufbau. Auf den Deckenbalken im Abstand von 80 bis 100 Zentimetern liegen quer die Lagerhölzer, darauf genagelt die Dielen aus Kiefer oder Fichte, 24 bis 28 Millimeter stark und 12 bis 20 Zentimeter breit. Zwischen den Balken sitzt die Schüttung auf einem Einschub aus Brettern.
Dieser Aufbau ist federnd und deshalb angenehm zu begehen. Er bringt aber auch mit sich, dass jede Bewegung im Holz an der Wohnung darunter ankommt. Wer den Boden aufarbeitet, arbeitet immer an beidem: an der sichtbaren Oberfläche und an der Konstruktion darunter. Wie sich diese Decke in den Gesamtbestand einordnet, steht unter Berliner Baualtersklassen.
Schleifen oder aufarbeiten: die zwei Wege
| Ausgangslage | Was gemacht wird | Preis je m² Bodenfläche |
|---|---|---|
| Fläche geschlossen, wenige Flecken, Fugen unter 3 mm | dreistufiger Schliff, Kantenarbeit, Versiegelung oder Öl | 25 bis 45 € |
| Einzelne Bretter defekt, Fugen offen, Nagelköpfe an der Oberfläche, Löcher nach Wandabbruch | Ausbesserung mit Altholz, Fugenschluss, Verschraubung, danach Schliff und Oberfläche | 35 bis 60 € |
Beide Preise gelten je Quadratmeter Bodenfläche, nicht je Quadratmeter Wohnfläche. Sockelleisten, Türschwellen und Übergänge zählen getrennt, weil sie sich nach laufenden Metern richten.
Restschichtdicke: wie oft ein Boden geschliffen werden darf
Die Frage vor jedem Auftrag lautet, wie viel Holz noch über den Befestigungen liegt. Bei einer 28 Millimeter starken Diele stecken die Nägel in der Regel so tief, dass 6 bis 10 Millimeter nutzbare Schicht bleiben. Ein vollständiger Schliff mit Grob-, Mittel- und Feinkorn trägt 0,5 bis 1,5 Millimeter ab. Daraus ergeben sich über die Lebensdauer des Bodens vier bis acht Durchgänge.
Gemessen wird an der Fußleiste. Sie wird abgenommen, die Dielenkante mit dem Messschieber geprüft, und in der Fläche wird kontrolliert, ob Nagelköpfe bereits durchscheinen. Stehen sie oben, werden sie vor dem Schliff einzeln versenkt und die Vertiefung gefüllt. Ein Boden, der in Prenzlauer Berg schon zweimal durch die Maschine gelaufen ist, hat oft noch Reserve für zwei weitere Male.
Fugen schließen, ohne das Holz zu blockieren
Dielen arbeiten mit der Luftfeuchte. Im Winter mit trockener Heizungsluft öffnen sich die Fugen um ein bis drei Millimeter, im Sommer schließen sie sich wieder. Deshalb wird der Fugenschluss in der kalten Jahreszeit ausgeführt, wenn die Fuge ihre größte Breite hat.
Für Fugen bis etwa 3 Millimeter wird eine Masse aus dem eigenen Schleifstaub und Harz eingebracht und mitgeschliffen. Der Ton trifft das Holz dadurch genau. Für breitere Fugen ab 5 Millimetern werden Keilleisten aus Altholz zugeschnitten, eingeleimt und plan geschliffen. In Räumen, in denen die Dielenoptik mit sichtbarer Fuge gewünscht ist, bleiben die Fugen offen und werden nur gereinigt.
Knarrende Dielen beruhigen
Knarren hat zwei Quellen. Entweder hat sich die Diele vom Lagerholz gelöst und reibt am Nagel, oder das Lagerholz selbst liegt hohl auf der Schüttung. Beides lässt sich ohne Ausbau beheben.
Im ersten Fall werden die betroffenen Dielen mit Senkkopfschrauben in die Lagerhölzer gezogen, zwei Schrauben je Kreuzungspunkt. Im zweiten Fall wird der Boden an dieser Stelle geöffnet, die Schüttung ergänzt und das Lagerholz unterfüttert. Wo die Lagerhölzer liegen, zeigt die Nagelreihe in der Fläche.
Die Schüttung zwischen den Balken
Die Schüttung ist kein Füllmaterial ohne Aufgabe. Sie bringt Masse in eine leichte Decke, und Masse ist beim Schallschutz das wirksamste Mittel. Typisch sind 60 bis 120 Kilogramm je Quadratmeter aus Sand, Schlacke oder Bauschutt der Bauzeit.
Wird der Boden für Leitungen geöffnet, wird die Schüttung aufgenommen und anschließend ergänzt, häufig durch eine gebundene Trockenschüttung mit gleichem Gewicht. In dieser Ebene lassen sich Rohre und Leitungen führen, ohne die Balken zu schwächen. Die Elektroleitungen legt dabei ein Partnerbetrieb, mit dem wir seit Jahren auf denselben Baustellen sind.
Trittschall zur Wohnung darunter
Eine unbearbeitete Holzbalkendecke im Altbau liegt beim Trittschall deutlich über dem, was heutiger Wohnungsbau erreicht. Drei Maßnahmen wirken zusammen: die Schüttung auf volle Höhe bringen, die Lagerhölzer auf Filz oder Gummigranulat entkoppeln, und auf die Dielen eine Doppellage Gipsfaserplatten mit Trittschalldämmung legen. Zusammen bringt das erfahrungsgemäß 10 bis 15 Dezibel bei rund 3 Zentimetern Aufbauhöhe.
Diese Aufbauhöhe muss an Türen und an der Wohnungstür aufgehen. Türblätter lassen sich kürzen, die Wohnungstür gehört bei Eigentum zum Gemeinschaftseigentum. Mehr zu den Kennwerten steht unter Schallschutz in der Wohnung, die Aufbauten selbst unter Bodenaufbau und Estrich.
Öl oder Versiegelung: zwei Oberflächen, zwei Einsatzfälle
| Oberfläche | Ihr Einsatzfall | Pflege im Betrieb |
|---|---|---|
| Versiegelung mit Wasserlack, zwei bis drei Aufträge | Flur, Küche, Arbeitszimmer, Wohnungen im Mieterwechsel | feucht wischen, geschlossener Film, Erneuerung nach Jahren im Ganzen |
| Hartwachsöl oder Öl mit Nachpflege | Wohn- und Schlafräume, Böden mit sichtbarer Maserung | matte Optik, einzelne Stellen ohne Maschine nachziehbar |
Nach der letzten Lage Versiegelung ist die Fläche in der Regel nach 24 Stunden vorsichtig begehbar und nach etwa sieben Tagen voll belastbar. Teppiche kommen erst danach zurück, damit das Lösemittel vollständig entweichen kann. Geölte Böden bekommen in den ersten Wochen eine Pflegeschicht, danach je nach Beanspruchung.
Ausbessern mit Altholz
Wo eine Wand herausgenommen wurde, fehlt ein Streifen Boden von 10 bis 20 Zentimetern. Wo ein Ofen stand, fehlt ein Feld. Das Material dafür kommt aus derselben Wohnung: aus der Abstellkammer, aus Flächen unter Einbauschränken oder aus einem Raum, der ohnehin einen neuen Aufbau bekommt.
Die Passstücke werden auf Breite gehobelt, über einem neu gesetzten Lagerholz gestoßen und verschraubt. Ein Stoß liegt immer über einem Auflager, nie frei. Nach dem gemeinsamen Schliff nimmt die Fläche die Oberfläche einheitlich an, und der Ansatz verschwindet in der Maserung. Diese Arbeit steckt in der Spanne von 35 bis 60 Euro je Quadratmeter. Wie das in Wohnungen mit hohen Räumen zusammengeht, zeigen Sanierungen in Charlottenburg und Kreuzberger Vorderhäuser.
Wenn ein neuer Aufbau auf dem alten Boden der richtige Weg ist
Es gibt vier Ausgangslagen, in denen der neue Aufbau über den Dielen die Lösung ist. Erstens, wenn die Restschichtdicke aufgebraucht ist und die Dielen ihre Aufgabe als Untergrund übernehmen sollen. Zweitens, wenn eine durchgehende, ebene Fläche über alle Räume gewünscht ist. Drittens, wenn der Trittschall zur Wohnung darunter deutlich besser werden soll. Viertens, wenn die Wohnung vermietet wird und ein robuster, schnell zu wechselnder Belag gefragt ist.
Der Aufbau besteht dann aus Ausgleich, Trockenestrich für 40 bis 70 Euro je Quadratmeter und dem Belag darauf. Parkett liegt bei 35 bis 70 Euro, Vinyl bei 25 bis 45 Euro, Laminat bei 15 bis 30 Euro je Quadratmeter. Die alten Dielen bleiben dabei als tragende Lage im Boden liegen. Welcher Belag zu welchem Raum passt, steht unter Bodenbeläge und Verlegung und Parkett im Altbau.
Was wir am Dielenboden übernehmen
Wir messen jeden Raum auf, prüfen Restschichtdicke, Fugenbild, Lagerhölzer und die Schüttung und halten fest, welche Fläche geschliffen und welche ausgebessert wird. Das Angebot weist Bodenfläche, Ausbesserung und Oberfläche getrennt aus, mit Festpreis. Boden, Parkett und Innenausbau laufen bei uns aus einer Hand, mit einem Bauzeitenplan und einem Ansprechpartner. Eine Renovierung von 70 Quadratmetern samt Boden dauert erfahrungsgemäß 5 bis 10 Arbeitstage.
Sagen Sie uns am Telefon Fläche, Bezirk und ob der Boden schon einmal geschliffen wurde. Die Nummer dafür ist 030 8268 9996, besetzt montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr. Wer Fotos hat, schickt sie über das Formular unten auf der Seite, am besten eine Aufnahme der Fläche und eine der Fuge aus der Nähe.
