Zwei Größen, die getrennt geplant werden
Schallschutz in der Wohnung besteht aus zwei Aufgaben. Der Luftschall überträgt Stimmen, Musik und Fernseher. Der Trittschall überträgt Schritte, Stühle und alles, was auf den Boden fällt. Beide Größen haben eigene Kennwerte, und beide brauchen unterschiedliche Aufbauten.
Beim Luftschall gilt: je höher die Zahl, desto besser. Das bewertete Schalldämm-Maß R'w wird in Dezibel angegeben. Beim Trittschall ist es umgekehrt. Der bewertete Norm-Trittschallpegel L'n,w beschreibt, wie viel unten ankommt, und niedrig ist hier gut.
Eine Größenordnung hilft beim Lesen der Zahlen. Drei Dezibel Unterschied hört man als spürbare Veränderung. Zehn Dezibel werden von den meisten Menschen als halb so laut empfunden. Wer von 55 auf 45 Dezibel Trittschallpegel kommt, hat den Alltag über sich deutlich leiser gemacht.
Was die Normen nennen
| Bauteil | DIN 4109 als Mindestanforderung | Erhöhter Schallschutz nach VDI 4100 |
|---|---|---|
| Wohnungstrennwand | R'w ≥ 53 dB | rund 56 bis 59 dB |
| Wohnungstrenndecke, Luftschall | R'w ≥ 54 dB | rund 56 bis 59 dB |
| Wohnungstrenndecke, Trittschall | L'n,w ≤ 50 dB | rund 46 bis 39 dB |
| Wand zum Treppenhaus | R'w ≥ 55 dB | höher nach Vereinbarung |
| Wohnungseingangstür | Rw ≥ 27 dB | 32 dB und mehr |
Die DIN 4109 beschreibt den Schutz vor Geräuschen aus fremden Wohnungen. Sie ist der Mindeststandard und greift bei Neubau und bei wesentlichen Änderungen. Die VDI 4100 beschreibt darüber hinaus Schallschutzstufen für ruhigeres Wohnen. Wer diesen Standard will, vereinbart die Stufe schriftlich, bevor gebaut wird.
Im Bestand ist die Ausgangslage eine andere. Dort gilt zunächst das Schallschutzniveau der Bauzeit, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Bei einer Sanierung lässt sich die Latte trotzdem höher legen, und genau darum geht es in den folgenden Abschnitten.
Laborwert und Bauwert auseinanderhalten
In Prospekten steht Rw ohne Strich. Das ist der Laborwert des Bauteils, gemessen ohne Nebenwege. Im fertigen Haus wird R'w gemessen, also mit allem, was über Decke, Estrich, Flankenwände und Fassade mitläuft. Zwischen beiden Werten liegen erfahrungsgemäß 2 bis 5 Dezibel.
Diese Flankenübertragung ist der Grund, warum eine sehr gute Wand allein nicht reicht. Läuft ein durchgehender Estrich unter der neuen Trennwand hindurch, nimmt er den Schall mit. Deshalb wird der Estrich unter Trennwänden getrennt oder die Wand direkt auf die Rohdecke gestellt. Beides gehört in die Planung, bevor der Boden kommt.
Die Trennwand: doppelt beplankt, mit Mineralwolle
Der bewährte Aufbau für eine neue Wohnungstrennwand ist mehrschalig. Ein Ständerwerk CW 75, beidseitig zwei Lagen Gipskarton oder Gipsfaser mit je 12,5 Millimetern, im Hohlraum 60 Millimeter Mineralwolle. Die Wand misst damit rund 125 Millimeter und erreicht als Bauteil Laborwerte um 55 bis 60 Dezibel.
Drei Details entscheiden über das Ergebnis. Die Beplankungslagen werden versetzt gestoßen, damit keine Fuge durchgeht. Anschlussfugen an Wand, Decke und Boden bekommen ein Dichtband oder eine dauerelastische Fuge. Und Steckdosen liegen nicht Rücken an Rücken in derselben Gefachöffnung, sondern versetzt.
Wo mehr gefordert ist, wird das Ständerwerk doppelt gestellt. Zwei getrennte Profilreihen ohne Kontakt trennen die beiden Schalen vollständig. Dieser Aufbau spielt seine Stärke aus, sobald zwei Wohneinheiten aneinandergrenzen oder ein Arbeitszimmer entsteht. Die Preise dazu stehen im Überblick unter Trockenbaukosten je Quadratmeter.
Vorsatzschale vor der Bestandswand
Steht die Wand bereits, ist die Vorsatzschale der Weg. Sie wird frei vor die alte Wand gestellt, mit 40 bis 60 Millimetern Abstand, und der Hohlraum wird mit Mineralwolle gefüllt. Vor massivem Mauerwerk sind damit 8 bis 15 Dezibel Verbesserung erreichbar.
Entscheidend ist, dass die Schale die Bestandswand nicht berührt. Sie steht auf dem Boden, ist oben an der Decke entkoppelt angeschlossen und läuft ohne starre Befestigung an der alten Wand entlang. Der gesamte Aufbau kommt auf 60 bis 100 Millimeter vor der alten Oberfläche, je nach Ständerwerk und Beplankung.
Eine Vorsatzschale nimmt nebenbei Leitungen auf. Das ist im Altbau der elegante Weg, wenn alte Schlitze nicht mehr passen oder Stuck erhalten bleiben soll. Der Aufbau kostet 38 bis 65 Euro je Quadratmeter Wandfläche.
Der Boden: schwimmender Estrich und Trittschalldämmung
Trittschall wird über Entkopplung gelöst. Die lastverteilende Schicht schwimmt auf einer weichen Dämmung und berührt weder Wand noch Rohdecke. Wie viel das bringt, beschreibt das Trittschallverbesserungsmaß in Dezibel.
| Aufbau | Trittschallverbesserungsmaß | Preis je m² Bodenfläche |
|---|---|---|
| Nassestrich auf Trittschalldämmung 20–30 mm | 26–30 dB | 35–60 € Zementestrich |
| Trockenestrich auf Faser- oder Holzfaserplatte | 16–24 dB | 40–70 € Trockenestrich |
| gebundene Schüttung 40–60 mm auf Balkendecke | zusätzliche Wirkung durch Masse | gesondert nach Fläche |
Der Randdämmstreifen ist Teil dieser Aufbauten und kein Zubehör. Er trennt die Platte von Wänden, Zargen, Rohren und Säulen. Er läuft über die spätere Belagsoberkante hinaus und wird erst gekürzt, wenn der Belag liegt. Die Höhen und Trockenzeiten dazu stehen unter Bodenaufbau und Estrich.
Schallbrücken: die eine Stelle, auf die es ankommt
Eine Schallbrücke ist eine starre Verbindung, die den Schall an der weichen Schicht vorbeiführt. Sie ist klein und wirkt trotzdem über die ganze Fläche. Fünf Stellen tauchen im Bestand immer wieder auf.
- Estrich, der an einer Stelle bis an die Wand läuft, weil der Randstreifen fehlt oder verrutscht ist.
- Mörtel- oder Putzreste auf der Rohdecke, die unter der Dämmplatte liegen bleiben.
- Fliesenkleber oder Silikon, das die Fuge zwischen Belag und Wand starr schließt.
- Schrauben, die eine Vorsatzschale mit der alten Wand verbinden.
- Heizungs- und Abflussrohre, die ohne Dämmhülse eingeputzt werden.
Die Gegenmaßnahmen sind einfach und gehören zur Ausführung. Rohdecke besenrein und frei von Nasen übergeben, Randstreifen durchgehend stellen, Rohre mit Dämmschlauch führen, Fugen dauerelastisch schließen. Wir kontrollieren diese Punkte, bevor der Estrich eingebracht wird, denn danach sind sie nicht mehr zugänglich.
Altbau: Balkendecke und Gründerzeit-Trennwände
Die Holzbalkendecke überträgt Trittschall besonders direkt, weil das Holz den Körperschall weiterleitet. Im Ausgangszustand liegen erfahrungsgemäß 65 bis 75 Dezibel Trittschallpegel an. Die Schüttung zwischen den Balken bringt Masse und dämpft, ist aber über die Jahrzehnte oft abgesackt.
Der übliche Weg führt über drei Schichten. Zuerst wird die Fehlbodenschüttung ergänzt oder durch eine gebundene Schüttung ersetzt. Darauf kommt eine Trittschallplatte, darüber der Trockenestrich. Wo eine abgehängte Decke in der Wohnung darunter möglich ist, bringt sie weitere Dezibel, mit 55 bis 90 Euro je Quadratmeter Deckenfläche.
Die Trennwände der Gründerzeit sind leicht. Ziegel halbsteinig mit 11,5 Zentimetern und Putz liegen als Bauteil bei rund 42 bis 45 Dezibel. Lehmstakenwände liegen darunter. Eine Vorsatzschale auf einer Seite ist hier die Lösung, die den Grundriss nicht verändert. Welche Bauart in welchem Kiez steht, ordnet die Seite zu den Baualtersklassen im Berliner Bestand ein.
Platte und Zeilenbau: Masse ist vorhanden
Betondecken mit 140 bis 180 Millimetern bringen von Haus aus Masse mit. Der Luftschall zwischen den Geschossen ist dadurch ordentlich gedämmt. Schritte koppeln jedoch direkt in die Decke ein und wandern weit durch das Gebäude.
Zwei Nebenwege werden dabei häufig übersehen. Gemeinsame Lüftungsschächte verbinden die Bäder mehrerer Wohnungen miteinander. Steigschächte tragen den Körperschall von Rohren weiter. Eine schalldämmende Schachtverkleidung und entkoppelte Rohrschellen halten beides in Grenzen.
Die Antwort ist der schwimmende Estrich. Dafür wird der alte Bodenaufbau bis auf die Rohdecke aufgenommen, die Fläche gereinigt und neu aufgebaut. In Wohnungen mit knapper Höhe übernimmt ein Trockenaufbau dieselbe Aufgabe mit weniger Millimetern. Wohnungstrennwände aus Beton sind im Luftschall meist unauffällig, während leichte Innenwände aus späteren Umbauten von einer Vorsatzschale profitieren.
Kosten mit ihrer Bezugsgröße
| Maßnahme | Preis | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Vorsatzschale | 38–65 €/m² | Wandfläche |
| Ständerwand, doppelt beplankt, mit Dämmung | 62–95 €/m² | Wandfläche |
| Abgehängte Decke | 55–90 €/m² | Deckenfläche |
| Zementestrich | 35–60 €/m² | Bodenfläche |
| Trockenestrich | 40–70 €/m² | Bodenfläche |
| Trockenbau ohne Material, nur Lohn | 55 % der Werte oben |
Wand- und Deckenflächen sind nicht die Wohnfläche. Bei 2,50 Metern Raumhöhe fallen je Quadratmeter Wohnfläche rund 2,7 Quadratmeter Wand- und Deckenfläche an. Zwei Beispiele machen es greifbar. Eine Vorsatzschale an einer Wand von 5 Metern Länge und 2,50 Metern Höhe umfasst 12,5 Quadratmeter Wandfläche und kostet 475 bis 810 Euro. Dieselbe Fläche als neue doppelt beplankte Trennwand liegt bei 775 bis 1.190 Euro.
Soll die Oberfläche nach der Beplankung höherwertig gespachtelt werden, kommen für Q3 rund 12 Prozent hinzu. Die Ausführung selbst steht unter Trockenbau in Berlin, der Rahmen für eine ganze Wohnung unter Innenausbau.
Was wir davon ausführen
Wir planen den Schallschutz gemeinsam mit dem Grundriss, nicht danach. Beim Aufmaß halten wir fest, welche Wände an fremde Wohnungen grenzen, wie die Decken aufgebaut sind und wie viel Höhe der Boden hergibt. Daraus wird ein Aufbau je Bauteil, mit Wandstärke, Dämmstoffdicke und Anschlussdetail.
Ausgeführt werden Trennwände, Vorsatzschalen, abgehängte Decken und der gesamte Bodenaufbau von Wohnungssanierungen Berlin in einem Bauabschnitt. Weil Wand, Boden und Decke zusammen wirken, ist das die Reihenfolge, auf die es ankommt.
Rufen Sie mit Baujahr, Deckenart und der Wand an, die Sie stört. Sie erreichen uns Mo–Fr zwischen 7 und 18 Uhr unter 030 8268 9996. Oder Sie beschreiben die Situation über das Formular unten auf der Seite. Wir kommen zum Aufmaß und schlagen den Aufbau je Bauteil vor.
