Wofür Malerarbeiten in Berlin beauftragt werden
Die Wohnung ist leer, die Wände tragen zwanzig Jahre Raufaser, und in vier Wochen soll übergeben werden. So kommt die häufigste Anfrage bei uns an, vor einem Einzug oder vor einer Neuvermietung. Der zweite Fall ist die frisch gekaufte Altbauwohnung, in der Stuck, alte Ölsockel und Risse im Putz zusammenkommen. Der dritte ist das letzte Gewerk einer Sanierung, das über alles andere läuft.
In allen drei Fällen entscheidet der Untergrund über den Preis, nicht die Farbe. Eine glatte, tragfähige Wand bekommt zwei Anstriche und sieht gut aus. Eine Wand mit mehreren Tapetenlagen, Ölsockel und Rissen braucht erst einmal Vorarbeit, und diese Vorarbeit ist der eigentliche Aufwand. Deshalb sehen wir uns die Wände vor jedem Angebot an.
Maler- und Tapezierarbeiten machen bei uns eigene Leute. Das merkt man an den Übergaben: Zwischen Spachtel und erstem Anstrich liegt kein Wartetag, weil dieselbe Kolonne weiterarbeitet. Steht vor dem Anstrich noch Trockenbau oder Elektroinstallation an, läuft das über denselben Bauzeitenplan. Der Bodenbelag kommt danach, und zwar erst, wenn die Wände fertig sind.
Vier Umfänge und was sie kosten
| Leistung | Preis je m² Wohnfläche | Wofür |
|---|---|---|
| Wände und Decken streichen | 18 bis 32 € | Tragfähiger Untergrund, Raufaser oder Vlies bleibt |
| Tapete runter, neu tapezieren und streichen | 28 bis 48 € | Alte Tapete muss weg, neue Oberfläche gewünscht |
| Spachteln bis Q3, dann streichen | 42 bis 70 € | Glatte Wand ohne Struktur, feine Anstriche |
| Untergrund richten, spachteln, tapezieren, streichen | 55 bis 95 € | Altbau mit Rissen, Ölsockel, Putzschäden |
Die Werte sind Erfahrungswerte, brutto und mit Material, Stand September 2026. Sie stehen je Quadratmeter Wohnfläche, nicht je Quadratmeter Wandfläche. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung ergeben 55 bis 95 Euro damit rechnerisch 3.850 bis 6.650 Euro für die komplette Oberflächensanierung.
Ab 350 Quadratmetern rechnen wir nicht mehr über die Wohnfläche, sondern nach echtem Aufmaß der Wand- und Deckenflächen. Für Ihre Fläche spielt der Malerkosten-Rechner alle vier Umfänge und die Zuschläge durch.
Warum wir über die Wohnfläche rechnen
Wohnfläche ist die Zahl, die im Kaufvertrag und im Mietvertrag steht. Wandfläche kennt fast niemand auswendig. Deshalb liegt unseren Malerpreisen eine Umrechnung zugrunde: Bei 2,50 Metern Raumhöhe kommen auf einen Quadratmeter Wohnfläche rund 2,7 Quadratmeter Wand- und Deckenfläche.
Eine 80-Quadratmeter-Wohnung hat danach etwa 216 Quadratmeter zu bearbeitende Fläche. Bei kleinteiligen Grundrissen mit vielen Wänden liegt der Faktor höher, bei großen offenen Räumen niedriger. Das Aufmaß korrigiert die Faustzahl, bevor eine Zahl verbindlich wird. Trockenbaupreise stehen dagegen immer je Quadratmeter Wandfläche, und diese beiden Bezugsgrößen darf man nicht vermischen.
Was den Preis nach oben oder unten zieht
| Faktor | Wirkung |
|---|---|
| Wände glatt und tragfähig | rund 10 % weniger |
| Übliche Gebrauchsspuren | ± 0 |
| Risse, alte Ölsockel, Putzschäden | rund 25 % mehr |
| Raumhöhe bis 2,60 m | ± 0 |
| Raumhöhe 2,60 bis 3,20 m | rund 12 % mehr |
| Raumhöhe über 3,20 m, Altbau mit Stuck | rund 25 % mehr |
Die Raumhöhe wirkt doppelt. Sie vergrößert die Wandfläche je Quadratmeter Wohnfläche, und sie verlangt Arbeit vom Gerüst statt von der Leiter. Ein Gründerzeitzimmer mit 3,60 Metern Höhe und Stuckkehle ist deshalb ein anderer Auftrag als ein Zimmer mit 2,50 Metern im Neubau.
Zwei Rechenbeispiele aus dem Berliner Bestand
Das erste Beispiel ist eine 62-Quadratmeter-Altbauwohnung in Friedrichshain mit 3,40 Metern Raumhöhe. Die Wände zeigen Risse, in Flur und Küche sitzt ein alter Ölsockel. Gewählt wird der volle Umfang mit 55 bis 95 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, also zunächst 3.410 bis 5.890 Euro. Dazu kommen 25 Prozent für den Wandzustand und 25 Prozent für die Raumhöhe über 3,20 Meter. Damit landet die Schätzung bei rund 5.300 bis 9.200 Euro.
Das zweite Beispiel ist eine 84-Quadratmeter-Wohnung im Plattenbau in Marzahn mit 2,50 Metern Raumhöhe. Der Untergrund zeigt übliche Gebrauchsspuren, die Vliestapete bleibt. Wände und Decken streichen liegt bei 18 bis 32 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, also bei rund 1.500 bis 2.700 Euro. Weder Raumhöhe noch Wandzustand verschieben diese Zahl.
Türen, Zargen und Heizkörper
Nach dem Anstrich fällt zuerst auf, was daneben steht: Türblatt, Zarge und Heizkörper. Alte Innentüren und Zargen bekommen nach dem Anschleifen einen Haftgrund und zwei Lackgänge, meist im Rollverfahren mit feiner Schaumwalze. Heizkörper werden entstaubt, entrostet und mit Heizkörperlack beschichtet, der die Temperatur aushält.
Bei Türen entscheidet der Zustand über den Weg. Massive Altbautüren mit Füllungen und Profilen lassen sich aufarbeiten und behalten ihre Optik, was in Wohnungen mit Stuck oft die passende Lösung ist. Wo Türblätter fehlen oder das Format nicht mehr passt, bringt eine neue Innentür mit Zarge für 450 bis 1.100 Euro je Stück eine klare Linie in die Wohnung.
Vom Untergrund bis zum letzten Anstrich
Am Anfang steht die Prüfung des Untergrunds. Wir machen eine Wischprobe auf Kreidung, eine Klebeprobe auf Haftung und eine Kratzprobe auf Tragfähigkeit. Danach steht fest, ob grundiert, gesperrt, gespachtelt oder direkt gestrichen wird. Alte Leimfarbe muss herunter, sonst hält nichts darauf.
Risse werden aufgeschnitten, entstaubt und mit Gewebe oder Fugendeckstreifen verfüllt. Saugende Untergründe bekommen Tiefengrund, glänzende Ölsockel werden angeschliffen und mit Haftgrund gesperrt. Gegen durchschlagende Wasserränder und Nikotin arbeiten wir mit Isolierfarbe, damit der Fleck nicht nach zwei Wochen wieder sichtbar wird.
Bei den Oberflächen führen mehrere Wege zum Ziel. Raufaser deckt kleine Unebenheiten und lässt sich später überstreichen. Vliestapete ist rissüberbrückend und wird im Wandklebeverfahren angebracht, was Zeit spart. Eine glatt gespachtelte Wand in Q3 ist die Grundlage für feine matte Anstriche. Welcher Weg passt, hängt am Zustand der Wand und daran, wie die Räume künftig genutzt werden.
Bei der Farbe achten wir auf die Nassabriebklasse. Flur, Kinderzimmer und Küche bekommen einen scheuerbeständigen Anstrich der Klasse 1 oder 2, Wohn- und Schlafräume kommen mit Klasse 2 oder 3 gut aus. In Räumen mit Feuchtelast passt eine Silikatfarbe auf mineralischem Untergrund, weil sie diffusionsoffen bleibt.
Was der Berliner Bestand für den Anstrich bedeutet
Im Gründerzeitbau bis 1918 bestimmt der Stuck die Arbeit. Zierprofile, Kehlen und Rosetten werden abgeklebt und mit der Bürste nachgezogen, nicht mit der Rolle überfahren. Alte Anstriche sitzen oft in vielen Lagen auf dem Profil und verschlucken die Konturen. Wo Profile ergänzt oder freigelegt werden sollen, arbeiten unsere Leute aus Stuck und Putz direkt vor den Malern.
Im Zeilenbau der Jahre 1949 bis 1968 treffen wir häufig Leimfarbe an Decken und Ölsockel in Fluren und Küchen. Beides bestimmt den Aufwand. Im Plattenbau ab 1969 ist der Untergrund meist Beton mit dünner Spachtelschicht, eben und gut zu bearbeiten, dafür empfindlich an den Plattenfugen. Hier liegen die Preise häufig im unteren Bereich der Spannen.
Im Einfamilienhaus in Zehlendorf, Mahlsdorf oder Köpenick kommen Treppenhaus, Dachschrägen und Kellerräume dazu. In Gewerbeflächen zählen Termin und Reihenfolge mehr als alles andere, weil gearbeitet wird, während nebenan der Betrieb läuft. Für solche Flächen rechnen wir nach Aufmaß statt nach Wohnfläche.
Wie viele Tage der Maler braucht
Der erste Schritt ist der Termin bei Ihnen, kostenlos und ohne Auftrag. Wir messen Raum für Raum auf, machen Probestellen an Wand und Decke und notieren Ölsockel, Risse und Tapetenlagen. Daraus entsteht ein schriftliches Angebot mit Festpreis, aufgeschlüsselt nach Räumen und Leistungen.
Auf der Baustelle beginnt alles mit dem Schutz: Böden werden abgedeckt, Türen und Fenster abgeklebt, Treppenhaus und Aufzug geschützt. Danach folgt die Vorarbeit, also Tapete abnehmen, Risse verfüllen, spachteln und grundieren. Jeder dieser Schritte braucht Trocknungszeit, und genau daran hängt die Bauzeit.
Erst dann wird gestrichen, in der Regel Decke vor Wand und Wand vor Holzteilen. Eine Renovierung von 70 Quadratmetern liegt insgesamt bei 5 bis 10 Arbeitstagen, wobei Maler und Boden den größten Teil ausmachen. Am Ende steht die Abnahme mit Protokoll, bei Tageslicht und mit Blick im Streiflicht.
Vier Punkte, die wir vor dem ersten Anstrich prüfen
Der häufigste Punkt ist die Oberflächenqualität. Wer eine in Q2 gespachtelte Wand mit einem seidenglänzenden Anstrich versieht, sieht jede Fuge, sobald Licht schräg darauf fällt. Für solche Anstriche gehört Q3 oder Q4 ins Angebot, und dann steht es auch dort.
Der zweite Punkt ist die Reihenfolge. Malerarbeiten sind fast immer das vorletzte Gewerk, direkt vor dem Bodenbelag. Wer zuerst den Parkettboden verlegt und danach streicht, zahlt für Schutz und Reinigung mehr, als das Vorziehen gebracht hat. Welches Gewerk wann dran ist, steht unter Reihenfolge der Gewerke.
Der dritte Punkt ist die Feuchtigkeit. Frischer Putz, neuer Estrich und Ausgleichsmasse brauchen Zeit, bevor darauf gearbeitet wird. Wir messen im Zweifel nach, statt nach Kalender zu streichen. Dunkle Flecken im Sockelbereich sind ein eigenes Thema und gehören vor den Anstrich geklärt; dazu passt Feuchte Wände im Altbau.
Der vierte Punkt betrifft Vermieter. Wer eine Wohnung neu vermietet, braucht die Rechnung getrennt nach Lohn und Material und ein Abnahmeprotokoll mit Datum. Beides liefern wir mit. Welche Arbeiten als Erhaltungsaufwand gelten und welche als Modernisierung nach Paragraf 559 BGB, ist unter Mieter und Vermieter auseinandergenommen.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Die einzelne Wand nach einem Wasserschaden, ein Farbtupfer an der Decke, eine Tür nachstreichen: dafür ist ein Betrieb im Stundeneinsatz die schnellere Wahl. Wir arbeiten in Bauabschnitten mit Aufmaß, Angebot und Festpreis. Wer allein eine Küche oder Einbaumöbel planen lassen will, geht damit ins Küchenstudio.
Fassadenanstrich mit Gerüst als eigenständiger Auftrag ohne Innenausbau ist die Sache eines Betriebs, der genau das täglich macht. Schadstoffsanierung mit Freimessung bei Asbest oder KMF übernimmt ein zugelassener Fachbetrieb. Für Statik und Bauantrag zeichnet ein Statiker oder Architekt verantwortlich; wir binden ihn in den Ablauf ein.
Wo unsere Maler arbeiten
Gestrichen und tapeziert wird in ganz Berlin. In Prenzlauer Berg und Friedrichshain steht bei uns fast immer ein Gerüstbock im Raum, weil die Decken über drei Meter liegen. In Kreuzberg kommen dazu die Ölsockel in Flur und Küche, oft unter zwei Lagen Raufaser. Charlottenburg und Wilmersdorf bringen Stuckkehlen mit, die mit der Bürste nachgezogen werden. In Schöneberg und Pankow stehen Altbau und Nachkriegszeile oft im selben Block. Nach Lichtenberg fahren unsere Kolonnen meist für ganze Wohnungen zwischen zwei Mietern. In Steglitz und Tempelhof sind die Wände im Zeilenbau eben, und der Preis landet dann im unteren Teil der Spanne.
Vom Untergrund bis zum Stuck
Für die eigene Wohnfläche rechnet der Malerkosten-Rechner alle vier Umfänge samt Zuschlägen durch. Wer die Oberflächen im Rahmen einer größeren Maßnahme plant, findet den Überblick unter Wohnungsrenovierung und Altbausanierung. Was eine komplette Maßnahme kostet, steht unter Sanierungskosten in Berlin.
Wie sich Zierprofile ergänzen und wieder anlegen lassen, steht unter Stuck restaurieren. Für den Boden unter dem frischen Anstrich gibt es Dielenboden sanieren und Parkett verlegen. Wer vor dem Streichen noch Wände versetzt, liest Trockenbau in Berlin. Vor dem ersten Termin hilft die Checkliste.
Schicken Sie uns ein paar Fotos von den Wänden
Zwei Bilder je Raum, dazu Wohnfläche und Raumhöhe: damit lässt sich der Umfang schon vor dem Termin grob einordnen. Alte Ölsockel, mehrere Tapetenlagen und Risse erkennen wir meist auf den Fotos. Für das Gespräch wählen Sie 030 8268 9996, Mo–Fr von 7 bis 18 Uhr. Das Aufmaß vor Ort kostet nichts und bindet Sie an nichts. Schreiben geht genauso: Das Formular steht unten auf der Seite.
