Für welchen Fall der Austausch die richtige Entscheidung ist
Im Winter zieht es am Rahmen, morgens steht Wasser auf der Scheibe, und abends ist die Straße im Zimmer gut zu hören. Dazu kommt oft ein Beschlag, der sich nicht mehr richtig schließen lässt. Einzeln tritt das selten auf. Meist stellt man nach ein paar Wintern fest, dass alles davon zusammengekommen ist.
Fenster und Türen sind das Gewerk mit dem längsten Vorlauf, weil jedes Element nach Aufmaß gefertigt wird. Deshalb stehen sie früh im Bauzeitenplan, auch wenn sie erst spät eingebaut werden. In einer Komplettsanierung machen Fenster, Türen und Tischlerarbeiten erfahrungsgemäß 12 Prozent der Bausumme aus.
Kunststoff, Holz und Holz-Aluminium
Kunststoff ist der Rahmen für die meisten Berliner Wohnungen. Er ist preisstabil, pflegeleicht und in Weiß wie in Folierung lieferbar. Mit Dreifachverglasung und einem Fünf- oder Sechskammerprofil erreicht er die Werte, die heute gefordert werden. Sein Einsatzfall ist der Bestand ohne Auflagen an der Fassade.
Holz spielt seine Stärke aus, wo das Fenster gesehen wird: im Gründerzeithaus, im Landhaus, in denkmalgeschützten Fassaden. Schlanke Profile, sprossengeteilte Flügel und ein warmer Innenanblick lassen sich damit abbilden. Alle paar Jahre bekommt der Anstrich eine Auffrischung.
Holz-Aluminium verbindet beides: innen Holz, außen eine Aluminiumschale, die Wetter und Sonne abhält. Das ist die Lösung für Wetterseiten, große Elemente und Fassaden, die lange ohne Pflege auskommen sollen. Welche Bauart in Ihrem Haus in Frage kommt, entscheiden Fassade, Auflagen und Budget gemeinsam.
Kastenfenster aufarbeiten
Im Berliner Altbau steht in vielen Häusern noch das Kastenfenster: zwei Flügelebenen mit einem Luftraum dazwischen, gefasst in einen hölzernen Kasten. Dieser Aufbau bringt von Haus aus einen guten Schallschutz mit und prägt das Gesicht der Fassade.
Die Aufarbeitung folgt festen Schritten. Flügel ausbauen, Altanstrich entfernen, schadhaftes Holz mit Stücken ausbessern, Beschläge gangbar machen. Dann werden Dichtungen in Nuten eingefräst, die Flügel neu eingepasst und lackiert. Der Innenflügel kann eine schlanke Isolierverglasung aufnehmen, der äußere bleibt einfach verglast. Kosten: 900 bis 1.800 Euro je Fenster. Wo der Bestand das Gesicht des Hauses bestimmt, ordnet die Altbausanierung diesen Weg ein.
Innentüren, Zargen und die Wohnungstür
Eine Innentür mit Zarge liegt eingebaut bei 450 bis 1.100 Euro. Im Neubau passt die Standardzarge auf die übliche Wandstärke. Im Altbau kommen andere Maße ins Spiel. Wandstärken von 25 Zentimetern, alte Öffnungsmaße und schiefe Laibungen verlangen dort Blockzargen oder Sonderanfertigungen.
Alte Kassettentüren mit Messingbeschlag sind oft die schöneren Stücke. Wir arbeiten sie auf, statt sie zu ersetzen: abbeizen, ausbessern, neu lackieren, Beschlag gangbar machen. Die Wohnungseingangstür gehört im Mehrfamilienhaus zum Gemeinschaftseigentum, deshalb läuft ihr Austausch über die Verwaltung. Innentüren dagegen entscheiden Sie allein.
Die Montage nach RAL
Ein neues Fenster ist nur so dicht wie sein Anschluss zur Wand. Deshalb arbeiten wir den Bauanschluss in drei Ebenen aus. Innen kommt eine luftdichte Ebene aus Folie oder Dichtband, damit keine feuchte Raumluft in die Fuge zieht. In der Mitte sitzt die Dämmung. Außen hält eine schlagregendichte, diffusionsoffene Ebene das Wasser ab und lässt Feuchte entweichen.
Dazu kommt die Befestigung. Dübel und Laschen sitzen in festgelegten Abständen von den Ecken und untereinander, damit sich der Rahmen nicht verzieht. Tragklötze nehmen das Gewicht auf. Bei tiefen Laibungen im Altbau plant das Aufmaß die Position des Rahmens in der Wandtiefe gleich mit, weil sie über Tauwasser an der inneren Laibung entscheidet.
Denkmalschutz, Milieuschutz und die Zustimmung im Haus
Drei Ebenen können bei Fenstern mitreden. Bei einem eingetragenen Denkmal entscheidet die Denkmalbehörde über Material, Teilung, Profil und Farbton. In Erhaltungsgebieten prüft der Bezirk, ob eine Maßnahme über den zeitgemäßen Standard hinausgeht; was dort gilt, steht unter Milieuschutz in Berlin.
Die dritte Ebene ist die Wohnungseigentümergemeinschaft. Fenster liegen in der Außenhülle und gehören damit fast immer zum Gemeinschaftseigentum. Der Austausch braucht deshalb einen Beschluss, auch wenn nur eine Wohnung betroffen ist. Wir stellen die technischen Angaben zusammen, die dafür auf die Tagesordnung gehören: Bauart, Farbe, Teilung, Uw-Wert und Zeitplan.
Förderung für Fenster und Außentüren
Fenster und Außentüren sind eine BEG-Einzelmaßnahme. Über das BAFA gibt es dafür nach heutigem Stand 15 Prozent Zuschuss, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan 20 Prozent. Vorausgesetzt wird ein Uw-Wert von höchstens 0,95 Watt je Quadratmeter und Kelvin; für Baudenkmale und besonders erhaltenswerte Bausubstanz gelten mildere Werte. Dasselbe gilt für die Dämmung von Dach, Außenwand und Geschossdecke.
Alternativ steht für selbst genutztes Wohneigentum der § 35c EStG offen: 20 Prozent der Kosten über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Beides zusammen geht nicht, gewählt wird der günstigere Weg. Für den Lohnanteil bleibt in jedem Fall § 35a EStG mit 20 Prozent und höchstens 1.200 Euro im Jahr. Der Antrag läuft vor der Auftragsvergabe oder mit aufschiebender Bedingung, und die Bedingungen ändern sich; die Rechnung machen wir vor dem Auftrag. Eine Übersicht steht unter Förderung für die Sanierung.
Was Fenster und Türen kosten
Die Werte sind Erfahrungswerte aus Berliner Objekten, brutto und eingebaut, Stand September 2026. Sie gelten je Stück im Standardmaß, einschließlich Ausbau und Entsorgung des alten Elements.
| Leistung | Erfahrungswert | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Fenster Kunststoff, 3-fach | 700–1.400 € | je Fenster, Standardmaß |
| Fenster Holz, 3-fach | 1.100–2.200 € | je Fenster |
| Fenster Holz-Aluminium | 1.400–2.600 € | je Fenster |
| Kastenfenster aufarbeiten | 900–1.800 € | je Fenster |
| Innentür mit Zarge | 450–1.100 € | je Tür |
Dazu kommen vier Zuschläge, die in jedem Angebot einzeln ausgewiesen sind. Ein großes Element bis 2 Meter bringt 35 Prozent, eine Balkon- oder Terrassentür 60 Prozent. Neue Laibungen mit Putz schlagen mit 20 Prozent zu Buche, ein Rollladen mit 25 Prozent. Ein Rechenbeispiel: Eine Altbauwohnung mit fünf Kunststofffenstern und einer Balkontür kommt auf rund 4.620 bis 9.240 Euro. Weitere Varianten lassen sich unter Fenster austauschen und Kosten berechnen durchspielen.
Ablauf und Tage im Haus
Der Termin vor Ort mit Aufmaß ist kostenlos. Gemessen wird jede Öffnung einzeln, dazu Laibungstiefe, Brüstungshöhe und der vorhandene Anschlag. Danach kommt das schriftliche Angebot mit Festpreis, Element für Element aufgeschlüsselt.
Nach der Freigabe geht die Fertigung in den Vorlauf. Drei bis acht Wochen sind dafür üblich, bei Sondermaßen und Denkmalprofilen eher am oberen Rand. Der Einbau selbst dauert für sechs bis acht Fenster zwei bis drei Arbeitstage, plus etwa einen Tag für Laibungen, Fensterbänke und Anschlussarbeiten. Jedes Fenster ist am selben Tag wieder dicht und verschließbar; die Wohnung bleibt durchgehend bewohnbar.
Was den Fensterpreis nach oben treibt
Der erste Punkt ist die Laibung. Sitzt der alte Rahmen tief im Mauerwerk, muss nach dem Ausbau Putz ergänzt werden, innen wie außen. Das ist der Zuschlag von 20 Prozent, und er wird beim Aufmaß entschieden, nicht auf der Baustelle.
Der zweite ist der Rollladen. Alte Kästen sind oft ungedämmt und werden beim Tausch mitgenommen. Der dritte Punkt ist die Fassade: Ab bestimmter Arbeitshöhe braucht der Einbau ein Gerüst oder eine Hebebühne, und im Hinterhof ist der Stellplatz dafür knapp. Der vierte Punkt ist die Abstimmung im Haus, weil ein Beschluss Zeit braucht. Wer diesen Schritt früh anstößt, verliert am Ende keine Wochen.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir arbeiten in Bauabschnitten mit festen Tagen je Gewerk. Ein klemmender Beschlag, eine gerissene Scheibe oder ein gerissener Rollladengurt ist Arbeit im Stundeneinsatz und bei einem Reparaturdienst besser aufgehoben. Einen Notdienst für den Abend gibt es bei uns nicht.
Eine Fassadendämmung mit Gerüst als eigenständiger Auftrag ohne Innenausbau wird ebenfalls gesondert vergeben, ebenso eine neue Dacheindeckung. Reine Möbel- und Küchenplanung ohne Bauleistung gehört anderen Anbietern. Statische Nachweise, etwa für eine vergrößerte Öffnung, stellt ein Statiker aus; wir binden ihn ein und führen ihn im Zeitplan.
Wo wir Fenster und Türen einbauen
Hinter den Stuckfassaden in Charlottenburg und Friedenau sitzen vielfach noch Kastenfenster, und dort geht es häufiger ums Aufarbeiten als ums Tauschen. In Pankow und Reinickendorf stehen Zeilen- und Siedlungsbauten, deren erste Kunststofffenster aus den achtziger Jahren jetzt an der Reihe sind. In Zehlendorf und Köpenick kommen Einfamilienhäuser mit großen Elementen und Terrassentüren dazu, für die der Zuschlag von 60 Prozent gilt. In Hohenschönhausen sitzen die Fenster in vorgefertigten Öffnungen der Platte, und um Bernau sind es die Rollladenkästen der neunziger Jahre, die beim Tausch mitgehen.
Rund um Fenster, Türen und Förderung
- Kernsanierung einer Wohnung — wenn die Fenster Teil eines Rückbaus bis auf den Rohbau sind.
- Altbau in Berlin — der Bestand, in dem das Kastenfenster meist bleibt und aufgearbeitet wird.
- Innenausbau — Türen, Einbauten und Schiebeelemente im Inneren der Wohnung.
- Dachgeschossausbau — Dachflächenfenster und Gauben statt Fenster in der Fassade.
Zählen Sie Ihre Fenster
Für eine erste Einschätzung reichen die Zahl der Fenster, die ungefähren Maße und das Baujahr des Hauses. Sagen Sie uns dazu, ob das Haus unter Denkmalschutz steht und ob die Eigentümergemeinschaft schon beteiligt ist. Das Telefon ist Mo–Fr 7–18 Uhr besetzt, unter 030 8268 9996. Über das Formular unten auf der Seite können Sie uns die Liste auch schicken, dann kommen wir zum Aufmaß.
